Gais wird zum Piratennest

GAIS. Die Uraufführung des Musicals «Piratical» hat am Freitag das Publikum im Hafenstädtchen Porte Monnée begeistert. Der Chor Gais und das Orchester Camerata Salonistica laden bis Mitte September noch 19mal zur Suche nach dem «verfluchten» Schatz ein.

Mea Mc Ghee
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In der Hafenkneipe «Zum ranzigen Walross» werden Pläne geschmiedet und Intrigen gesponnen. (Bilder: Stephanie Sonderegger)

In der Hafenkneipe «Zum ranzigen Walross» werden Pläne geschmiedet und Intrigen gesponnen. (Bilder: Stephanie Sonderegger)

Von der Hafenkneipe beim Bahnhof bringt die Schienenbarkasse die Gäste in gemütlicher Fahrt ins Depot der Appenzeller Bahnen – genauer ins Städtchen Porte Monnée. Einst ein reicher Handelsplatz, haben sich hier Piraten eingeschlichen. Und seit am Strand eine Flaschenpost samt Schatzkarte angespült worden ist, ist es endgültig vorbei mit der Ruhe. Das Abenteuer «Piratical» beginnt, da kann selbst Gouverneur Morgan Night nichts dagegen ausrichten. Reto Weidenkeller, Regisseur und Autor des Musicals, steht im Dialog mit dem neugierigen Papagei Jolly Roger. Die beiden Erzähler spinnen das Seemannsgarn der Abenteuergeschichte rund um die Suche nach dem «verfluchten» Schatz. Sie versprechen «Leidenschaft, Drama, Piraten, Musik und Gejaule».

Über 80 Mitwirkende

Rund 50 Sängerinnen und Sänger des Chors Gais, das 35köpfige Orchester Camerata Salonistica aus St. Gallen sowie zahlreiche Helfer haben rund eineinhalb Jahre auf die Uraufführung vom Freitag hingearbeitet. Für die künstlerische Leitung zeichnete Reiner Büttner verantwortlich. Michael Schläpfer arrangierte die Musik, unterstützt wird er in der musikalischen Leitung durch Beat Brunner. Mal ist die Musik romantisch, mal wild, mal voller Spannung. Der Gesang kommt in den Chorpassagen besonders gut zum Tragen, während manche Solostimme etwas lauter sein dürfte. Eindrücklich aber, wie alle Mitwirkenden ohne Mikrophon auskommen. Regisseur Weidenkeller hat sein Musical gespickt mit Zitaten und Wortspielereien, derben Sprüchen sowie Gags, die man aus Filmen kennt. Die Bühne wandelt sich von Szene zu Szene, und die authentischen Kostüme sorgen für ein buntes Bild.

Rat vom Orakel

In der schmuddeligen Hafenkneipe Zum ranzigen Walross werden Pläne geschmiedet und Intrigen gesponnen. Rum sei Dank, entschlüsselt das ebenso irre wie mysteriöse Orakel Jack die Schatzkarte. Und es warnt vor einer gefährlichen Reise: «Es warten Haie, Wellen und Kannibalen.» Nichtsdestotrotz machen sich die Männer aus Porte Monnée per Schiff auf, die Schatzinsel im weiten Meer zu suchen. Ohne deren Wissen folgt Piratenkapitän Black Arrow – er hat als blinden Passagier den Gouverneur an Bord. Dies alleine sorgt schon für Wirbel, doch damit nicht genug: Die Frauen aus Porte Monnée um die attraktive Tänzerin Kitty la Belle, um Lady Mc Seagall mit «edlem, aber kaltem Blut» und die mutige Kapitänin lassen sich das nicht bieten und machen sich mit einem dritten Schiff auf die Verfolgung.

Sehnsucht und Schiffbruch

In langen Monaten auf See schmachten manche Seelen vor Sehnsucht nach dem anderen Geschlecht, Männer erliegen der Verlockung der singenden Sirenen, und drei komische Haie haben keinen Appetit auf Schiffbrüchige. Schliesslich erreichen die Überlebenden die Schatzinsel. Ob sie den Schatz finden und wer ihn am Ende an sich reisst, sei nicht verraten.

An der Piratenbar klingt der Musicalabend aus, ehe es zu Fuss vom verruchten Piratennest Porte Monnée zurück ins beschauliche Gais geht.

Für alle Vorstellungen (ausser jener vom 14. August) gibt es noch Tickets. Die nächste Aufführung ist am Mittwoch, 12. August. Informationen unter www.piratical.ch

Kitty la Belle führt die emanzipierten Frauen aus Porte Monnée an.

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Piratenkapitän Black Arrow spielt ein doppeltes Spiel.

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