Appenzell sagt Hebammen Adieu

APPENZELL. Gestern am späteren Nachmittag sind am Spital Appenzell sechs Hebammen verabschiedet worden – die letzten sechs Hebammen. Sie alle müssen neue Wege gehen, weil es fortan am Innerrhoder Spital keine Gebärabteilung mehr gibt.

Roger Fuchs
Drucken
Teilen
Die verabschiedeten Hebammen: Heidrun Winter-Schluck, Josy Haueis, Madeleine Grüninger, Maidönneli Bantle, Rahel Mazenauer, Monica Vogt (v. l.). (Bild: rf)

Die verabschiedeten Hebammen: Heidrun Winter-Schluck, Josy Haueis, Madeleine Grüninger, Maidönneli Bantle, Rahel Mazenauer, Monica Vogt (v. l.). (Bild: rf)

Vor fünf Tagen ist die Gebärabteilung am Spital Appenzell für immer geschlossen worden; vergangenen Samstag kam letztmals ein Kind zur Welt. Mit einem Apéro und einigen Reden sind gestern die sechs Hebammen – Rahel Mazenauer, Monica Vogt, Josy Haueis, Madeleine Grüninger, Heidrun Winter-Schluck und Maidönneli Bantle – offiziell verabschiedet worden.

Veränderungen erlebt

Am längsten als Hebamme am Spital Appenzell tätig war mit nahezu 31 Jahren Josy Haueis. Sie hat in dieser Zeit einige Veränderungen erlebt. Beispielsweise sei die Kaiserschnitt-Rate in den letzten Jahrzehnten von 10 auf 30 Prozent gestiegen – vorab weil die gebärenden Frauen immer älter würden, die Kinder grösser und das Bedürfnis nach Sicherheit gestiegen sei.

Schliessung unumgänglich

Antonia Fässler, Innerrhodens Frau Statthalter, dankte den Hebammen, hielt aber auch nochmals klar fest, dass wegen der Spezialisierung in der Medizin verbunden mit dem kleinen Einzugsgebiet die Geburtenabteilung am Spital nicht hätte aufrechterhalten werden können. Spitaldirektor Kurt A. Kaufmann verriet, dass die Hebammen als einzige im Tageslohn angestellt gewesen waren. Als Grund nannte er deren schwer planbare Präsenzzeit.

Weiterhin seine Praxis in Appenzell behalten wird der Gynäkologe Michael Schütz. Auch die Geburtsvorbereitungskurse finden eine Fortsetzung, wie eine Hebamme am Rande des Anlasses sagt.