Neues Hotel für mehr Touristen

HEIDEN. In Heiden soll ein neues 3-Sterne-Hotel den Tourismus ankurbeln. Mit dem Neubau sollen auch Seeallee und Parkanlage aufgewertet werden. 100 Projekte wurden beim Wettbewerb eingereicht – nun steht der Sieger fest.

Julia Nehmiz
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Noch sieht das Hotel Park so aus – rechts der alte Kursaal. (Bild: Hannes Weber)

Noch sieht das Hotel Park so aus – rechts der alte Kursaal. (Bild: Hannes Weber)

HEIDEN. Majestätisch ruht der Bodensee in der Ferne. Die Heidler Seeallee wurde nicht umsonst so genannt, dem Spaziergänger bietet sich ein einladendes Panorama.

«Heiden, wohnen wo andere Ferien machen», so der selbstbewusste Slogan. Doch das reicht nicht. Heiden muss sich – wie etliche andere Gemeinden auch – Gedanken über die Zukunft machen. Und damit wieder mehr Feriengäste den Weg ins Dorf finden, soll das alte Hotel Park einem Neubau weichen. «Die Lage über dem Bodensee ist eine willkommene natürliche Gegebenheit», sagt Gemeindepräsident Norbert Näf bei der gestrigen Präsentation. Doch brauche es zusätzliche Hotelbetten und Anpassungen der Dorfgestaltung, um sich weiterzuentwickeln. Der Tourismus soll wiederbelebt werden.

2014 zur Abstimmung

Eine Machbarkeitsstudie hatte ergeben, dass ein Hotelneubau auf dem Grundstück des Hotels Park sowie der westlichen Nachbarliegenschaft möglich sei. An dem daraufhin ausgeschriebenen Wettbewerb reichten Architektinnen und Architekten aus ganz Europa 100 Projekte ein.

Das Siegerprojekt steht nun fest – gestern wurde es vorgestellt und stiess auf grosses Interesse. Gut 120 Heidlerinnen und Heidler folgten der Einladung zur Präsentation im Hotel Heiden. Das letzte Wort wird denn auch bei der Bevölkerung liegen, die Volksabstimmung über Zonenplan, Gemeindeanteil am Bau der Tiefgarage sowie Umgestaltung und Finanzierung von Seeallee und Kurpark wird voraussichtlich «in der ersten Hälfte des nächsten Jahres» stattfinden, so Gemeindepräsident Näf.

Einfügen, nicht aufplustern

«Da hat sich wirklich jemand mit Heiden beschäftigt», schwärmt Jurymitglied und Architektin Astrid Staufer. Das Siegerprojekt «Timber Stone» von Architekt Thomas K. Keller (St. Gallen) und Landschaftsarchitektin Dominique Ghiggi (Zürich) wolle sich einfügen, nicht aufplustern. Auch die Betonfassade mit Relief und weisser Lasur habe grossen Anklang gefunden.

Doch ging es nicht nur um das geforderte 3-Sterne-Seminar- und Geschäftshotel mit 40 Standard- und 10 Superior-Zimmern. Ein wichtiger Aspekt sei die Gestaltung von Park und Seeallee. Auch da konnte das Siegerprojekt überzeugen. Die Seeallee soll verschmälert werden, aber befahrbar bleiben. Wie früher sollen Bäume die Allee säumen. «Lindenbäume markieren den Eingang und den Ausgang der Allee», sagt Ghiggi. Der Park erhalte eine neue Wegführung, die sich an diejenige des 19. Jahrhunderts anlehne.

Gemeindepräsident Näf hofft, mit diesem Projekt eine «erfreuliche Entwicklung» anzustossen. Auch wenn die Kosten «eine kritische Grösse» erreichen könnten.

Sämtliche Projekte sind bis Dienstag im Kurhaus Heiden ausgestellt.

So könnte das Hotel Park bald aussehen: Der Siegerentwurf «Timber Stone» von Thomas K. Keller – rechts der alte Kursaal. (Bild: pd)

So könnte das Hotel Park bald aussehen: Der Siegerentwurf «Timber Stone» von Thomas K. Keller – rechts der alte Kursaal. (Bild: pd)