Hoffnung bleibt nach Schulteroperation

Extremsportler Reto Schoch wurde im Trainingslager angefahren und musste operiert werden. Am Team-Workshop für das Race Across America (RAAM) in St. Anton war jedoch nichts von Abbruchstimmung spürbar.

Urs Huwyler
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Trotz Rückschlags: Der Optimismus beim Team von Reto Schoch (4. v. l.) bleibt. (Bild: uhu)

Trotz Rückschlags: Der Optimismus beim Team von Reto Schoch (4. v. l.) bleibt. (Bild: uhu)

AUSDAUERSPORT. Reto Schoch (Speicherschwendi) blieb auf Teneriffa nach einem Unfall im Training rund elf Minuten bewusstlos liegen und zog sich einen Schlüsselbeinbruch, Prellungen und eine Gehirnerschütterung zu. Er erlangte das Bewusstsein erst nach dem Eintreffen von Polizei und Ambulanz wieder. Eine Autolenkerin war mit 48km/h unterwegs und übersah beim Abbiegen den Appenzeller. Auf den Flughafen wurde der Verletzte von seinen Wohnungsvermietern chauffiert – und in einen Unfall mit einem Lastwagen verwickelt. Glücklicherweise zog er sich keine weiteren Verletzungen zu.

Erfolgreich operiert

Inzwischen konnte der nahe beim Brustbein erfolgte Schlüsselbeinbruch in der Hirslanden Klinik Heiden erfolgreich operiert werden, und der gebeutelte Rennfahrer hat wieder mit dem Rollen-Training begonnen. Ob er wie vorgesehen im Juni am Race Across America starten kann, werden die nächsten Wochen zeigen. Sollten sich keine Komplikationen einstellen, dürfte das 4800 km lange Abenteuer nicht gefährdet sein. «Wichtig ist, dass ich nun die nötige Geduld aufbringe und das Training nicht forciere. Ein weiterer Sturz würde wohl das Aus bedeuten», weiss der letztjährige «Tortour»-Sieger.

Falsche Rollenverteilung

So war beim zweiten Workshop im Alpenhof St. Anton oberhalb von Oberegg nicht Reto Schoch Extremsportler, sondern die Teammitglieder übernahmen bei eisigen Temperaturen auf der Schneeschuh-Wanderung und beim Grillieren im Freien seinen Part. «Die Vorbereitungen laufen weiter. Das Umfeld ist motiviert und auf neue Szenarien vorbereitet», zieht Teamchef Erich Schoch nach dem zweiten Workshop ein positives Fazit. «Alle sind sich bewusst, dass die Verletzung restlos ausgeheilt und Reto beschwerdefrei sein muss, um am RAAM zu starten.» Bei einem Budget von 60 000 Franken sollen die Risiken minimiert und nicht erhöht werden.

Nach Erfahrung der behandelnden Ärzte muss sich ein Trainingsunterbruch vier Monate vor dem Wettkampf nicht zwangsläufig negativ auf das Leistungsvermögen auswirken. Zumal sich Reto Schoch während der letzten Jahre eine solide Basis erarbeitet hat. Einen Eindruck, was es heisst, das RAAM zu überstehen, erfuhr das Team Schoch im Alpenhof beim Besuch von Simon Wirth. Er bestritt das weltweit berühmteste Ultrarennen 2011 im 4er-Team. Bei neun Tagen im Sattel mit täglich vielleicht zwei Stunden Schlaf scheint selbst bei einem topfitten Zweirad-Abenteurer nichts unmöglich.