Kanton zahlt für Wärmepumpen

Der Kanton St. Gallen hat sein Förderprogramm Energie um drei Massnahmen für den Gebäudesektor erweitert. Er leistet Beiträge für Beratungen, Wärmepumpen und alternative Wärmenetze.

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ST. GALLEN. Bis zum Jahr 2020 will der Kanton St. Gallen seine Kohlendioxidemissionen um 20 Prozent reduzieren. Einen wesentlichen Beitrag dazu soll der Gebäudesektor leisten. Denn dieser verursache schweizweit etwa einen Drittel der Treibhausgasemissionen, wie es in einer Mitteilung der Staatskanzlei heisst. Deshalb bietet der Kanton St. Gallen nun ab sofort drei neue Fördermassnahmen im Gebäudesektor an.

Konzepte zur Modernisierung

Unterstützt werden Konzepte für die Modernisierung eines Gebäudes, die von anerkannten Energieberatern verfasst werden. Unter anderem soll darin abgeklärt werden, ob sich ein Gebäude für Solarenergieanlagen eignet. Die Fördermassnahme ist für bestehende Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser, Dienstleistungsbauten und Schulbauten bestimmt. Wird danach innerhalb von zwei Jahren eine der im kantonalen Förderprogramm vorgeschlagenen Massnahmen umgesetzt, können Hausbesitzer weitere Beiträge beantragen.

Ersatz für Heizungen

Zudem leistet der Kanton finanzielle Beiträge für Hausbesitzer, die eine Heizung, die mit Heizöl, Gas oder Kohle betrieben wird, durch eine geräuscharme Wärmepumpe ersetzen wollen. Gefördert wird zudem der Einsatz von Strom- und Wärmeproduktionszählern. Der Hauseigentümer erhält dadurch Informationen, wie energieeffizient das gesamte Gebäude ist. Die Förderungsmassnahme gilt für neue wie auch für bestehende Anlagen.

Abwärme von Rechenzentren

Eine weitere Fördermassnahme richtet sich vor allem an Unternehmen und die öffentliche Hand. Dabei werden sogenannte Anergienetze finanziell unterstützt. Über sie kann Wasser mit einer Temperatur von rund 8 bis 20 Grad zu den Verbrauchern transportiert werden. Mit Wärmepumpen wird dort das Wasser auf die gewünschte Temperatur gebracht. Für klassische Wärmenetze braucht es die Abwärme aus einer Holzschnitzelheizung oder einer Kehrichtverbrennungsanlage, damit das transportierte Wasser Temperaturen von 80 bis 90 Grad erreicht. Mit Anergienetzen kann hingegen auch die deutlich geringere Abwärme von Betrieben genutzt werden. Man denke dabei etwa an Rechenzentren, die Abwärme mit einer konstanten Verfügbarkeit liefern könnten, sagt Lorenz Neher, Leiter Energieförderung bei der Energieagentur St. Gallen. (sda/red.)

Weitere Informationen unter www.energieagentur-sg.ch