Todesfall
Staatsanwalt zur Obduktion des toten Mannes von Kreuzlingen: «Auswertungen dauern mehrere Tage»

Der überraschende Tod eines 23-jährigen Kreuzlingers vom Samstagabend ist weiterhin ungeklärt. Die Staatsanwaltschaft hat nun den Fall übernommen, wartet die Ergebnisse aus der Gerichtsmedizin ab und lässt tagelang Videomaterial sichten.

Stefan Marolf
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Auf der Tartanbahn der Kreuzlinger Sportanlage Burgerfeld verstarb in der Nacht auf Sonntag ein 23-Jähriger unter rätselhaften Umständen.

Auf der Tartanbahn der Kreuzlinger Sportanlage Burgerfeld verstarb in der Nacht auf Sonntag ein 23-Jähriger unter rätselhaften Umständen.

Bilder: René Laglstorfer/Südkurier

Am Samstagabend kurz vor Mitternacht verstarb auf der Kreuzlinger Sportanlage Burgerfeld ein 23-Jähriger, nachdem er bewusstlos auf der Tartanbahn gefunden worden war.

Der Mann war verletzt, eine Dritteinwirkung ist nicht ausgeschlossen. Der Leichnam wurde zur Klärung der Todesursache ins Institut für Rechtsmedizin nach St.Gallen gebracht, die Staatsanwaltschaft Kreuzlingen hat eine Strafuntersuchung eröffnet und mittlerweile die Kommunikation zum rätselhaften Todesfall von der Kantonspolizei Thurgau übernommen.

Obduktion und Videostudium dauern Tage

Auf Anfrage teilt Oberstaatsanwalt Marco Breu mit, man warte weiterhin auf die Ergebnisse aus der Gerichtsmedizin. «Eine Obduktion beinhaltet im Regelfall auch histologische und toxikologische Untersuchungen, in welchen nach allfälligen Fremdstoffen im Körper gesucht wird. Solche Auswertungen dauern mehrere Tage.»

Dasselbe gelte für die Auswertung der Überwachungskamera-Aufnahmen:

«Es handelt sich um umfangreiches Videomaterial, dessen Sichtung trotz intensiven Bemühungen ebenfalls Zeit in Anspruch nimmt.»

Sobald man entscheidende Ergebnisse habe, werde man aufgrund des öffentlichen Interesses aktiv über die Untersuchungserkenntnisse informieren, sagt Breu.

Der Verstorbene war offenbar Fussballer

Klar ist bislang: Der Tote wohnte offenbar in der Nähe des Sportplatzes und war als Spieler und Jugendtrainer beim FC Tägerwilen aktiv – der Verein trauert auf seiner Website um den jungen Mann.

Der «Südkurier» konnte mit einem Bekannten der Familie des Verstorbenen sprechen. Der Bekannte könne sich nicht vorstellen, dass der 23-Jährige einer Gewalttat zum Opfer gefallen sei. Die Nähe zu Drogen und Alkohol schliesst er ebenfalls aus.

Dass der Verstorbene ein medizinisches Problem gehabt haben könnte, vermutet ein Mitarbeiter eines Imbissstands in der Nähe des Sportplatzes. «Wir kennen seinen Bruder sehr gut», sagt der Mann zu «20 Minuten», und: «Es ist schrecklich für die Familie.»

Die Sportanlage Burgerfeld ist videoüberwacht.

Die Sportanlage Burgerfeld ist videoüberwacht.

Ein weiteres Gerücht, das in der Nachbarschaft die Runde macht: Angeblich zeigen Aufnahmen von Überwachungskameras, wie der 23-Jährige über den Sportplatz läuft und zusammenbricht. Die Kantonspolizei will diese Angabe weder bestätigen noch dementieren.

Am Bärenplatz verabschiedet

Auch an Tag fünf nach dem rätselhaften Todesfall auf der Tartanbahn sind kaum Details bekannt. Die Thurgauer Kantonspolizei hat in einer Mitteilung bekanntgegeben, dass sich der Verstorbene um 19.30 Uhr beim Bärenplatz von einem Bekannten verabschiedet hat.

Was in den Stunden bis zum Tod passiert ist, wird derzeit ermittelt. Der Verstorbene ist 175 Zentimeter gross und schlank, hat braune, kurze Haare und war unrasiert. Er trug am Samstagabend weisse Sneakers, blaue Jeans mit braunem Gurt und ein schwarzes Langarmshirt mit Emblem auf der linken Brust.

Der Mann hat sich in den Stunden vor seinem Tod zumindest teilweise im Gebiet zwischen Bärenplatz, Burgerfeld und Hafenbahnhof aufgehalten.

Der Mann hat sich in den Stunden vor seinem Tod zumindest teilweise im Gebiet zwischen Bärenplatz, Burgerfeld und Hafenbahnhof aufgehalten.

Wer den Mann am Samstag zwischen 19.30 und
23.30 Uhr gesehen hat oder sachdienliche Hinweise machen kann, wird gebeten, sich bei der Kantonspolizei Thurgau unter 058 345 22 22 zu melden.