Justiz
Frauenfelder Wahlfälschung kommt vor das Bundesgericht

Das Thurgauer Obergericht hat das schriftliche Urteil zur Frauenfelder Wahlfälschung verschickt. Der ehemalige Frauenfelder Stadtschreiber Ralph Limoncelli wird zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten bedingt verurteilt. Limoncelli kündigt eine Beschwerde ans Bundesgericht an.

Thomas Wunderlin
Drucken
In Begleitung seines Anwalts Peter Stieger geht Ralph Limoncelli zur Berufungsverhandlung am Thurgauer Obergericht.

In Begleitung seines Anwalts Peter Stieger geht Ralph Limoncelli zur Berufungsverhandlung am Thurgauer Obergericht.

Andrea Tina Stalder (1. Juni 2022)

In der Berufungsverhandlung vom 1. Juni 2022 erklärte das Thurgauer Obergericht den 51-jährigen ehemaligen Frauenfelder Stadtschreiber Ralph Limoncelli der qualifizierten Wahlfälschung für schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten bedingt. Am Dienstag ist das vom Obergericht verschickte Urteil bei dieser Zeitung eingetroffen.

An die Parteien expediert worden ist es am 1. November. Die Beschwerdefrist dauert 30 Tage. Er werde seinen Fall ans Bundesgericht weiterziehen, erklärt Limoncelli auf Anfrage. Das schriftliche Urteil kommentiert er nicht.

Bei den Grossratswahlen vom 15. März 2020 wurden zwei Bünde mit je 100 unveränderten GLP-Wahlzetteln fälschlicherweise der SVP zugerechnet, was zu einer Sitzverschiebung geführt hätte. Gemäss Bezirks- und Obergericht vertuschte Limoncelli den Fehler. Nach Darstellung der Verteidigung ist Limoncelli unschuldig. Eine Wahlmanipulation liege keine vor. Nur ein Bund sei falsch abgelegt worden, was Limoncelli der Staatskanzlei gemeldet habe.