GLOSSE
Der Pfarrer von Tobel und die Stammheimer Bauern machen, was sie wollen

ResTZucker: Was steckt hinter dem Coronahusten des Pfarrers von Tobel? Und was die Zürcher mit den Türken gemeinsam haben.

David Angst
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Bau des Ilisu-Staudamms am oberen Tigris. Parallelen zum Kanton Zürich.

Bau des Ilisu-Staudamms am oberen Tigris. Parallelen zum Kanton Zürich.

Mujgan Arpat

Der Pfarrer von Tobel ist nicht mehr Pfarrer von Tobel. Man erinnert sich, dass er im Februar abgewählt worden war. «Er machte, was er wollte», sagt der Präsident der Kirchgemeinde über ihn. So auch am letzten Sonntag, als er seinen Abschiedsgottesdienst gehabt hätte. Bitter für seine Fangemeinde, rund 15 Personen, die sich in der Kirche versammelt hatte: Der Pfarrer liess seine letzte Messe sausen – angeblich wegen eines «Verdachts auf Coronahusten». Nur ein Ketzer würde jetzt behaupten, das sei eine Notlüge gewesen. Wohl eher war es höhere Gewalt.

Die Bauern von Schlattingen und Basadingen dürfen kein Wasser aus dem Geisslibach pumpen. Die Zürcher im oberhalb liegenden Stammheim jedoch schon, obwohl die Wasserschutzorganisation Aqua viva dagegen protestiert. Das erinnert frappant an den Konflikt um den Ilisu-Staudamm, der vor zwei Jahren fertig gestellt wurde. Auch die Türken foutierten sich um sämtliche Proteste. Um des schieren Profits willen sperrten sie dem Irak das Wasser ab – genau wie die Zürcher, die ihre Bohnen bewässern.

Zum Trost dürfen die Basadinger und Schlattinger für sich in Anspruch nehmen, dass die «schnellste Polizistin der Welt» eine von ihnen ist. Die in Schlattingen aufgewachsene Fabienne Vonlanthen hat an den World Police and Fire Games den Halbmarathon gewonnen. Man kann sich nun natürlich fragen, was ihr das im Beruf nützt. Welcher Bankräuber flüchtet 21 Kilometer weit zu Fuss? Eine Sprinterin wäre da eher vonnöten.