Altersvorsorge
«Generationen sollen solidarisch die AHV reformieren»: Pro-Komitee greift in Abstimmungskampf ein

Ein bürgerliches Ja-Komitee eröffnete am Freitag auf dem Amriswiler Gewerbeturm den Abstimmungskampf über die AHV-21-Reform. Ein Ort mit Symbolik, müssten doch für den Erhalt der AHV alle Generationen und Geschlechter Weitsicht zeigen.

Hans Suter
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Für «2x Ja zur AHV 21»: Nicole Zeitner, Marc Rüdisüli, Sandra Stadler, Gabriel Macedo und Diana Gutjahr.

Für «2x Ja zur AHV 21»: Nicole Zeitner, Marc Rüdisüli, Sandra Stadler, Gabriel Macedo und Diana Gutjahr.

Reto Martin

Am 25. September befindet der Souverän an der Urne über die Zukunft der AHV. In den Augen des bürgerlichen Komitees ist eine Reform unumgänglich zur Rettung der AHV. Der Präsident der FDP Thurgau, Gabriel Macedo, ist überzeugt, dass nur mit einer modernisierten Altersvorsorge, deren Berechnungen auf der heutigen Gesellschaft basiere, die AHV gerettet werden könne. Der Handlungsbedarf sei «dringend», könne jedoch gelingen, wenn «alle Generationen ihren Beitrag leisten». Tatsache sei, dass immer weniger (junge) Arbeitnehmende immer mehr AHV-Bezügerinnen und -Bezüger finanzieren müssten. Das könne auf Dauer nicht gut gehen.

Ohne Reform vor dem Scherbenhaufen

«Bei einem Nein an der Urne würde der Generationenvertrag arg strapaziert», sagt Marc Rüdisüli, Präsident der Jungen Mitte Schweiz. Eine Reform hätte positive Auswirkungen auf die langfristige Stabilität der AHV: «Mit einem Ja an der Urne könnten wir die aktuelle Finanzierungslücke von über 900 Milliarden Franken um ein Drittel reduzieren.» Dies sei ein wichtiger Schritt in Richtung eines Netto-Null-Defizits in der Altersvorsorge bis ins Jahr 2040. Würde die AHV-Reform hingegen, wie von den Linken gefordert, abgelehnt, käme es für alle knüppeldick. Denn dann wäre die AHV nicht mehr gesichert, was dazu führe, dass entweder die Steuern erhöht oder die AHV-Leistungen gekürzt werden müssten.

Vorteile für Frauen, Flexibilisierung für alle

SVP-Nationalrätin Diana Gutjahr begrüsst, dass die Reform eine Flexibilisierung des Rentenbezugs mit sich bringe, da sie neu auch Teilbezüge ermögliche und durch ein Weiterarbeiten nach der Pensionierung Beitragslücken ausgeglichen werden könnten. «Das ist auch ein Anreiz, um länger im Arbeitsleben zu bleiben. Den Unternehmen bleiben so erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Know-how-Transfer an die Jungen erhalten», so die Unternehmerin.

Mitte-Kantonsrätin Sandra Stadler freut sich darüber, «dass in die AHV-Reform starke, soziale Komponenten eingebaut wurden». Geringverdienende – und somit auch oft Frauen – profitierten vom Rentenzuschlag, der ergänzend zur Ehepaarrente ausbezahlt werde, sowie einem tieferen Kürzungssatz beim Vorbezug. Und für GLP-Kantonsrätin Nicole Zeitner stellt die Harmonisierung des Referenzalters für beide Geschlechter auf 65 Jahre «eine folgerichtige Massnahme zur Gleichstellung von Mann und Frau und einen wichtigen Schritt zur Modernisierung angesichts der gestiegenen Lebenserwartung» dar.