Kanton Thurgau will seine Bauzonen retten

FRAUENFELD. Um den Baulandbedarf für die nächsten fünfzehn Jahre zu berechnen, geht der Kanton vom Szenario eines starken Bevölkerungswachstums aus. Damit kann er einen grossen Landbedarf ausweisen. Ob der Bund das absegnet, ist offen.

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FRAUENFELD. Um den Baulandbedarf für die nächsten fünfzehn Jahre zu berechnen, geht der Kanton vom Szenario eines starken Bevölkerungswachstums aus. Damit kann er einen grossen Landbedarf ausweisen. Ob der Bund das absegnet, ist offen. Bauzonen dürfen nur noch den Landbedarf für die nächsten 15 Jahre umfassen. Das schreibt das neue Raumplanungsgesetz des Bundes vor. Grundlage für die Annahmen über das Wachstum sind die Szenarien des Bundesamtes für Statistik. Es hat für jeden Kanton ein tiefes, ein mittleres und ein hohes Szenario berechnet. Der Thurgau nimmt nun das Szenario, dass ihm das höchste Bevölkerungswachstum vorhersagt.

Bund muss Annahmen prüfen

Ob der Kanton mit dem hohen Szenario durchkommt, ist unklar. Der Bund muss die Berechnung des Baulandbedarfes nämlich zusammen mit dem neuen kantonalen Richtplan absegnen. Der Bund empfehle den Kantonen, vom mittleren Szenario auszugehen, sagt Philippe Bovet, Sprecher des Bundesamtes für Raumentwicklung. Höhere Wachstumsszenarien seien zulässig; der Bund werde aber prüfen, ob die Thurgauer Annahmen plausibel sind, wenn der Kanton die Richtplanung zur Genehmigung vorlegt. Kantonsplanerin Andrea Näf zeigt sich zuversichtlich: «Der Kanton hatte in den letzten Jahren stets ein überdurchschnittliches Wachstum zu verzeichnen.» Es sei davon auszugehen, dass der Kanton auch künftig für Zuzüger attraktiv bleibt.

Differenz zu Kanton St. Gallen

Der Kanton St. Gallen nimmt derweil, wie vom Bund empfohlen, das mittlere Szenario als Grundlage – damit müsste die Hälfte der St. Galler Gemeinden Bauland auszonen. St. Gallen weist aber ein tieferes Bevölkerungswachstum als der Thurgau auf. Die Differenz zwischen dem Thurgau und St. Gallen werde in den St. Galler Grenzregionen aber wahrgenommen, sagt der grüne Kantonsrat Toni Kappeler, Präsident von Pro Natura Thurgau. «Es kommt nicht gut an, wenn der Thurgau mehr Wachstum für sich beansprucht.» (wid)

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