KANTON ST.GALLEN: Todessturz beim Gleitschirmfliegen: Freispruch für Fluglehrer

Ein Gleitschirmlehrer trägt keine Schuld am Tod seiner Flugschülerin. Zum diesem Schluss ist das Kantonsgericht St.Gallen gekommen und hat eine entsprechende Berufungsklage abgewiesen.

Claudia Schmid
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Schön, aber gefährlich: Gleitschirmfliegen. (Bild: Keystone (Symbolbild))

Schön, aber gefährlich: Gleitschirmfliegen. (Bild: Keystone (Symbolbild))

Der beschuldigte Gleitschirmlehrer hatte im Juni 2016 vom Kreisgericht See-Gaster einen vollumfänglichen Freispruch vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung erhalten. Dieses Urteil akzeptierte der Ehemann der verunfallten Gleitschirmpilotin nicht. Er appellierte am Kantonsgericht und verlangte einen Schuldspruch. Das Richtergremium hatte an die Berufungsverhandlung zwei Sachverständige eingeladen, die Auskunft über viele Detailfragen zum Gleitschirmfliegen gaben.

Schirmklappe verhängte sich

Beim Unfall im Juli 2013 bei Schänis absolvierte eine Gleitschirmschülerin zusammen mit ihrem Ehemann Flugübungen. Sie wurde dabei vom beschuldigten Fluglehrer betreut, der die Übung vom Boden aus beobachtete. Über Funk erhielt sie Anweisungen von ihm. Die Frau flog mehrmals sogenannte Wingover mit schnellen Richtungswechseln. Plötzlich klappte eine Schirmkappe ein und verhängte sich. Der Gleitschirm begann sich auf einer Höhe von 180 Metern über Boden zu drehen. Der Flugschülerin gelang es nicht . Auch reagierte sie nicht auf die Anweisung ihres Fluglehrers, den Notschirm zu öffnen. Sie stürzte mit hoher Geschwindigkeit zu Boden und schlug auf der Wiese in der Nähe des Landesplatzes auf. Die Verletzungen, die sie erlitt, waren tödlich.


Ehemann muss Verfahrenskosten zahlen

Die Kosten des Berufungsverfahrens von über 5000 Franken gehen als Privatkläger zulasten des Ehemanns der getöteten Flugschülerin. Er muss auch die Rechtsvertretung des Fluglehrers entschädigen. Diese Kosten belaufen sich auf knapp 9000 Franken.