Kanton St.Gallen regelt den Fernunterricht bis 11. Mai: Keine Prüfungen mit Noten im schulischen Lockdown — Im Sommer ein Zeugnis mit Noten und Coronahinweis

Am Dienstag hat der Kanton St.Gallen informiert, wie der Fernunterricht bis 11. Mai geregelt wird. Bildungschef Stefan Kölliker nimmt Stellung.

Regula Weik
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Leeres Schulzimmer während des schulischen Lockdown.

Leeres Schulzimmer während des schulischen Lockdown.

Urs Flueeler / KEYSTONE

Noch zweieinhalb Wochen Fernunterricht – und dann geht der Unterricht im Klassenzimmer wieder los. Jedenfalls für die Volksschule. Bloss wie? Die Antwort ist der Bundesrat noch schuldig.

Stefan Kölliker, St.Galler Bildungschef

Stefan Kölliker, St.Galler Bildungschef

Urs Bucher

Der St.Galler Bildungschef Stefan Kölliker geht davon aus, dass es «Sache der Kantone sein wird, wie der Unterricht dannzumal, unter Einhaltung der Schutzbestimmungen, konkret stattfinden wird». Der Kanton prüfe mehrere Varianten. Konkreter mag sich der Bildungschef derzeit nicht dazu äussern. Kölliker hatte schon früh für einen Unterricht in Gruppen plädiert.

Zwischen einer und vier Stunden Fernunterricht pro Tag

Am Dienstag hat der Kanton informiert, wie der Fernunterricht bis 11. Mai geregelt wird. Neu gilt als Richtlinie, dass auf Kindergartenstufe eine Stunde Fernunterricht pro Tag stattfinden soll. In der Unterstufe sind es zwei, in der Mittelstufe drei und auf der Oberstufe vier Stunden. Und: Auf Prüfungen mit Noten wird im Fernunterricht verzichtet. Aber nicht in den Zeugnissen am Ende des Schuljahres.

Das Zeugnis sei immer eine «Gesamtbeurteilung», sagt Kölliker, aktuell basierend auf dem Präsenzunterricht vor und nach dem schulischen Lockdown – vom 11. Mai bis zu den Sommerferien sind es noch sieben Wochen – und auf dem «Mitwirken der Schülerinnen und Schüler in der Corona-Schule».

Auf die besonderen Unterrichtsbedingungen während des Lockdown wird im Zeugnis hingewiesen. Kölliker sagt:

«Ein Zeugnis mit Noten und Hinweis wird der Sache gerecht.»

Angepasst werden die Lernziele: Nun sollen im Fernunterricht auch neue Lerninhalte vermittelt werden, allerdings konzentriert auf die Fachbereiche Sprachen, Mathematik und Natur, Mensch, Gesellschaft. In den übrigen Fächern soll der Stoff wie bisher vertieft werden.

Unterstützung für Lehrpersonen

Schliesslich hat die Pädagogische Hochschule St.Gallen eine interaktive Support- und Beratungsplattform für Fernunterricht eingerichtet. Diese unterstützt Lehrerinnen und Lehrer technisch und pädagogisch-didaktisch.

Hinzu kommen «Learning-Nuggets» in Form kleiner Tutorials zu technischen und pädagogisch-didaktischen Problemstellungen sowie eine Frage-Antwort-Datenbank. Ausserdem bietet die Plattform ein «Notfall-Angebot» für den Austausch guter Materialien, Unterrichtsideen, Lerneinheiten und digitalen Lernbausteinen.