Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Das neue Schlupfhuus wird kleiner - Kanton St.Gallen prüft drei Alternativen für die Notunterkunft für Kinder und Jugendliche

Die Suche nach einem Nachfolgeprojekt für die Notunterkunft für Kinder und Jugendliche läuft. Drei Interessenten haben sich gemeldet. Der Kanton St. Gallen strebt einen nahtlosen Übergang an.
Regula Weik
Das heutige Schlupfhuus beim Ostschweizer Kinderspital (Bild: Benjamin Manser)

Das heutige Schlupfhuus beim Ostschweizer Kinderspital (Bild: Benjamin Manser)

Das Schlupfhuus, die Notunterkunft für Kinder und Jugendliche, wird im Frühling 2020 geschlossen. Endgültig. Der Kanton St. Gallen hat eine Nachfolgelösung versprochen. «Es braucht im Kanton weiterhin ein Angebot, wo Kinder und Jugendliche bei Gefährdung Schutz finden», sagt Christina Manser, Leiterin des kantonalen Amtes für Soziales.

Erste Gespräche mit möglichen Trägerschaften haben bereits stattgefunden. Namen mag Manser keine nennen. Nur soviel: Es handle sich um Institutionen, die «bereits stationäre oder ähnliche Angebote im Sozialbereich bereitstellen und Niederlassungen im Kanton haben».

Christina Manser, Leiterin kantonales Amt für Soziales (Bild:PD)

Christina Manser, Leiterin kantonales Amt für Soziales (Bild:PD)

Der Kanton hat bereits früh signalisiert: Das Schlupfhuus soll künftig an eine Institution angegliedert werden, die 365 Tage im Jahr eine 24-Stunden-Betreuung bietet – «so können fachliche und betriebliche Synergien genutzt werden», sagt Manser. «Und wir gewinnen an Beweglichkeit, nicht zuletzt beim Einsatz von Personal.» Denn: Die Auslastung der Notunterkunft für Kinder und Jugendliche ist nicht planbar – am einen Tag sind die Betten unterbelegt, am nächsten plötzlich überbelegt. Heute sei das Schlupfhuus «durchschnittlich zu 50 Prozent» ausgelastet, sagt die Amtsleiterin. Die neue Notunterkunft wird deshalb kleiner sein. Es sind noch vier bis sechs Plätze geplant; heute sind es acht.

Ideen nun vertieft prüfen

Das Amt für Soziales will nun in den nächsten Wochen die Ideen und Projektskizzen der drei interessierten Organisationen vertieft prüfen und fachlich beurteilen. Das Angebot mit dem «grössten Potenzial» werde danach detailliert ausgearbeitet, dann das Bewilligungsverfahren gestartet. «Kinder und Jugendliche sollen im Frühling 2020 nahtlos in einer neuen Notunterkunft Schutz finden und Hilfe erhalten», sagt Manser.

Anfang Mai war bekannt geworden, dass das heutige Schlupfhuus beim Ostschweizer Kinderspital nicht weitergeführt wird. Die Stiftung Ostschweizer Kinderspital zieht sich aus dem Angebot zurück. Ein «wirtschaftlicher Betrieb» des kleinen, unabhängigen Angebots sei immer schwieriger geworden; vergangenes Jahr hatte ein Defizit von 300000 Franken resultiert. Die Kosten für den Aufenthalt tragen Wohnortgemeinde (zwei Drittel) und Kanton. Letzterer kommt auch für ein allfälliges Defizit auf.

Wie soll Nachfolgeprojekt günstiger werden?

Die angekündigte Schliessung des Schlupfhuuses stiess auf breites Unverständnis und löste heftige Kritik aus. Ein Komitee aus Fachpersonen der sozialen Arbeit lancierte eine Petition, mit der es sich «für einen starken, qualitativen Kindesschutz und ein professionelles Kriseninterventionsangebot mit Notunterkunft für Kinder und Jugendliche im Kanton» stark macht. Aktuell haben knapp 6200 Personen das Anliegen unterzeichnet.

Auch Politikerinnen und Politiker reagierten prompt mit parlamentarischen Vorstössen. In der Junisession schoben Mitglieder der CVP wie auch die Fraktion von SP und Grünen weitere Fragen nach. So wollen drei CVP-Parlamentarier wissen, ob die Regierung davon ausgehe, dass eine Nachfolgeregelung wirtschaftlich günstiger werde – und falls ja, weshalb. Die Gesamtkosten des Schlupfhuuses hätten bisher zwischen 1,2 und 1,3 Millionen Franken betragen, halten SP und Grüne fest und fragen: «Welches Sparpotenzial stellt sich die Regierung vor?» Die Antworten stehen noch aus.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.