Kanton St.Gallen führt Contact-Tracing wieder ein und will damit Infektionswege des Coronavirus unterbrechen

Der Kanton St.Gallen nimmt am Montag das Contact-Tracing wieder auf: Mit dem Coronavirus infizierte Personen sollen damit frühzeitig erkannt und gezielt isoliert werden können.

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Beim Contact-Tracing werden die engen Kontaktpersonen im Umfeld eines Erkrankten täglich angerufen.

Beim Contact-Tracing werden die engen Kontaktpersonen im Umfeld eines Erkrankten täglich angerufen.

Christopher Clem Franken

Das Ziel sei es, die Ausbreitung des Coronavirus und die Anzahl von Neuinfektionen unter Kontrolle zu halten, schreiben die Verantwortlichen des Kantons in einer Mitteilung.

«Um die Gefahr einer Weiterverbreitung des Virus einzudämmen, werden die engen Kontaktpersonen einer erkrankten Person ausfindig gemacht. Diese müssen sich dann in eine zehntägige Quarantäne begeben.» So könne verhindert werden, dass eine möglicherweise infizierte Person weitere Personen anstecke, heisst es in einer Mitteilung des Kantons.

Das Coronavirus verbreitet sich über Tröpfcheninfektion, zum Beispiel, wenn jemand hustet oder niest. Besonders gefährdet sind auch enge Kontaktpersonen einer erkrankten Person, bei denen die Übertragungsgefahr wegen der sozialen Nähe ausgesprochen gross ist.

In anderen Ländern bewährt

Das Contact-Tracing habe sich bereits in anderen Ländern bewährt. Entscheidend sei die rasche Suche nach den engen Kontaktpersonen – diese werde vom Kanton St.Gallen organisiert und geleitet. In der Startphase stünden ab Montag zehn Personen – sogenannte Tracer – im Einsatz.

«Bei steigenden Fallzahlen können es bis zu dreissig sein.»

Personen, die engen Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatten und in Quarantäne sind, werden täglich telefonisch kontaktiert. Die Tracer erkundigen sich nach ihrem Gesundheitszustand und ihrem Wohlbefinden. Treten Symptome auf, wird ihnen empfohlen, sich auf das Coronavirus testen zu lassen.

Bereits zu Beginn der Pandemie eingesetzt

Das Contact-Tracing ist vom Kanton St.Gallen bereits zu Beginn der Pandemie eingesetzt worden. Es habe dann aufgrund zu hoher Fallzahlen zurückgestellt werden müssen, wie die zuständigen Behörden informieren. Trotz der Wiederaufnahme des Contact-Tracings blieben die Richtlinien des BAG zum «Social Distancing» und zur Hygiene die zentralen Massnahmen. Für den Schutz der Bevölkerung seien dies nach wie vor die besten Mittel, halten die Verantwortlichen in der Mitteilung fest.