Kanton St.Gallen entscheidet sich für Übergangslösung für Notruf- und Einsatzleitzentrale der Kantonspolizei

Die Regierung des Kantons St.Gallen hat entschieden, die Erneuerung der Notruf- und Einsatzleitzentrale der Kantonspolizei schneller anzugehen als den Bau eines neuen Sicherheits- und Verwaltungszentrums (SVZ) im Westen der Stadt St.Gallen.

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Die kantonale Notrufzentrale im Calatrava-Gebäude.

Die kantonale Notrufzentrale im Calatrava-Gebäude.

Gian Ehrenzeller

(pd/red) Auf dem Armstrong-Areal im Westen der Stadt St.Gallen soll einst das Sicherheits- und Verwaltungszentrum (SVZ) des Kantons zu stehen kommen. Die Regierung will darin die heute mehr als zwanzig Standorte in der Stadt St.Gallen von Kantonspolizei und Staatsanwaltschaft, der Untersuchungsgefängnisse und der kantonalen Notrufzentrale zusammenführen. «Durch die räumliche Zusammenführung verspricht sich die Regierung am Standort St.Gallen eine bessere Zusammenarbeit der verschiedenen Institutionen, effizientere Abläufe sowie Kosteneinsparungen», heisst es in einer Medienmitteilung des Kantons.

Zeitliche Dringlichkeit bei Notruf- und Einsatzleitzentrale

Eine erhebliche zeitliche Dringlichkeit bestehe beim Ersatz der Notruf- und Einsatzleitzentrale der Kantonspolizei. Die Kantonspolizei arbeitet heute mit einem Einsatzleit- und Informationssystem (ELIS), mit dem sie Notrufe verarbeitet und ihre Polizistinnen und Polizisten mit Informationen versorgt. Das ELIS nähert sich dem Ende seines technischen Lebenszyklus und muss spätestens 2024 ersetzt werden. «Aus technischen und räumlichen Gründen ist dies im bestehenden Bau im Klosterhof nicht möglich», heisst es in der Mitteilung.

Ein Grossvorhaben wie das Sicherheits- und Verwaltungszentrum bis 2024 zu realisieren, sei aufgrund der aufwändigen Planung und der demokratischen Prozesse nicht realistisch. Die Regierung habe deshalb entschieden, das Projekt aufzuteilen: «Neu wird das Projekt für eine Übergangslösung der Notruf- und Einsatzleitzentrale mit hoher Dringlichkeit separat vorangetrieben.» Das Projekt zum Neubau des Sicherheits- und Verwaltungszentrums werde parallel und gemäss den ordentlichen politischen und planerischen Verfahren bearbeitet.

Zusammenarbeit mit der Stadt St.Gallen

Da auch die Stadtpolizei St.Gallen gleichzeitig ihr Einsatzleit- und Informationssystem, das gemeinsam mit dem Kanton beschafft worden sei und redundant betrieben werde, ersetzen müsse, hätten die Kantonsregierung und der Stadtrat entschieden, die technische Ablösung gemeinsam zu verfolgen. Gemäss diesen Plänen bleiben die Disponentinnen und Disponenten der Stadtpolizei an ihrem bestehenden Standort. Hingegen ziehen die Disponentinnen und Disponenten der Kantonspolizei für die Zeit bis zum Bezug des Sicherheits- und Verwaltungszentrums in andere Räumlichkeiten um. Der Kanton evaluiere derzeit mögliche Lösungen.

Ziel Sicherheits- und Verwaltungszentrum

Die Übergangslösung der Notruf- und Einsatzleitzentrale solle voraussichtlich bis 2033 bestehen. Danach werde die Notruf- und Einsatzleitzentrale in das SVZ integriert, sofern die Politik und die Bevölkerung dem Vorhaben zustimmten. «Derzeit geht die Regierung davon aus, dass der Kantonsrat frühestens im Sommer 2023 das Projekt beraten wird und bei dessen Zustimmung in der Folge der Stimmbevölkerung vorgelegt werden könnte», so der Wortlaut der Mitteilung.

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