Kanton prüft Untersuchung zu Sarganser Kanti-Fall

ST. GALLEN. Im Streit um die Unterrichtsqualität eines Lehrers an der Kantonsschule Sargans will der Kanton aktiv werden (Ausgabe vom 20. Januar). Das Bildungsdepartement prüft derzeit eine Administrativuntersuchung.

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ST. GALLEN. Im Streit um die Unterrichtsqualität eines Lehrers an der Kantonsschule Sargans will der Kanton aktiv werden (Ausgabe vom 20. Januar). Das Bildungsdepartement prüft derzeit eine Administrativuntersuchung. Jürg Raschle, Generalsekretär des Bildungsdepartements, bestätigte auf Anfrage eine entsprechende Meldung des Regionaljournals von Radio SRF 1. Die Eröffnung einer Untersuchung werde derzeit mit den Anwälten des Lehrers und des Rektors geprüft, sagt Raschle.

Gesuch zuerst sistiert

Die Forderung nach einer Untersuchung steht bereits seit Monaten im Raum. Im Juni 2014 stellte der Anwalt des Lehrers ein Gesuch um eine unabhängige Administrativuntersuchung. Die Untersuchung soll klären, ob sich der Rektor der Kantonsschule Sargans gegenüber dem Lehrer korrekt verhalten hatte. Gleichzeitig soll die Untersuchung den Unterricht des betroffenen Lehrers in fachlicher, qualitativer und persönlicher Hinsicht beurteilen. Das Bildungsdepartement sistierte das Gesuch im Oktober bis zum Abschluss der Verfahren gegen den Rektor. Der Lehrer hatte Ende Juli 2014 gegen den Rektor Strafanzeige wegen Amtsgeheimnisverletzung, Amtsmissbrauch und Körperverletzung eingereicht. Die Verfahren laufen.

Unterricht nicht schülergerecht

Der Streit in Sargans schwelt seit Jahren. Die Schulleitung wirft dem 57jährigen Lehrer vor, seinen Unterricht nicht schülergerecht zu gestalten. Der Unterricht des Betroffenen sei «Gegenstand anhaltender Klagen von Schüler- und Elternschaft», teilte das Bildungsdepartement am Montag mit. Die Schulleitung habe zusammen mit dem Lehrer über Jahre immer wieder nach Lösungen gesucht, um die Situation zu verbessern. Der Lehrer ist seit einem Jahr krankgeschrieben. (ar)