Kanton ausser Kontrolle

Die verelendenden Tiere sind weg. Was bleibt, sind die Bilder: abgemagerte Pferde in Hefenhofen und eine empörte Bevölkerung. Dieses Trauerspiel dauerte viel zu lange.

Silvan Meile
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Der Thurgauer Tierquäler darf nie mehr Tiere halten. Gegen 300 wurden am Montag von seinem Hof evakuiert. (Bild: CHRISTIAN MERZ (KEYSTONE))

Der Thurgauer Tierquäler darf nie mehr Tiere halten. Gegen 300 wurden am Montag von seinem Hof evakuiert. (Bild: CHRISTIAN MERZ (KEYSTONE))

Die verelendenden Tiere sind weg. Was bleibt, sind die Bilder: abgemagerte Pferde in Hefenhofen und eine empörte Bevölkerung. Dieses Trauerspiel dauerte viel zu lange.

Erst als Polizisten Pferdezüchter Kesselring abgeführt hatten, getrauten sich Mitarbeiter des Veterinäramts auf seinen Hof. Zuvor wagten sie schon lange keinen Fuss mehr auf sein Grundstück zu setzen, zu einschüchternd waren die Drohungen. Deshalb übernahmen externe Fachleute die Kontrollen. Gravierende Missstände entdeckten sie nie. Das hat wohl damit zu tun, dass Kesselring keine unangemeldeten Kontrollen zuliess. Der Täter diktierte die Spielregeln, riss dem Kanton das Heft aus den Händen.

Dass einer dem Kanton auf der Nase herumtanzt, gar mit der Flinte fuchtelt, darf nicht hingenommen werden. Erst recht fragwürdig macht die Sache, dass sich die Behörden zuerst tagelang hinter der Einhaltung rechtsstaatlicher Verfahren versteckten, statt zu intervenieren. Denn Recht und Ordnung erwartet der Bürger auch bei Hofkontrollen, besonders bei verurteilten Tierquälern.

Von der Räumung am Montag profitieren die Tiere. Gewinner sind aber auch die Tierhalter, die sich an die Regeln halten.