Kolumne

«Kann man das einfrieren?»: Diese Frage muss Migros-Geschäftsführer Patrick Hollinger zurzeit am häufigsten beantworten

Wir lassen täglich Menschen aus der Ostschweiz zu Wort kommen, die in der Coronakrise weiterhin arbeiten. Patrick Hollinger, stellvertretender Geschäftsführer im Pizolpark Mels, erinnert sich an den ersten Ansturm auf Lebensmittel.

Drucken
Teilen
Patrick Hollinger ist stellvertretender Geschäftsführer im Pizolpark, Mels.

Patrick Hollinger ist stellvertretender Geschäftsführer im Pizolpark, Mels.

Bild: PD

Begonnen hat es Ende Februar. Da leerten sich die Regale plötzlich schneller als sonst. Vor allem Konservendosen mussten wir nachbestellen. In der Migros Pizolpark in Mels, wo ich als stellvertretender Geschäftsführer arbeite, erlebten wir den Ansturm auf Lebensmittel früher als im Norden des Kantons. Wohl wegen der Nähe zu Graubünden, das ans Tessin und an Italien grenzt. Vor gut zwei Wochen machte unsere Filiale dann Umsätze wie an Weihnachten, allerdings vor allem mit Produkten, die lange haltbar sind: Kartoffeln, Konserven, Äpfel oder Aufbackbrötchen. Die Frage, die mir die Kunden am häufigsten stellten, war:

«Kann man das einfrieren?»

Mittlerweile hat sich die Situation ins Gegenteil verkehrt. Es kommen viel weniger Leute einkaufen als üblich. Wir beschränken die Anzahl Besucher am Eingang, haben aber nie das Problem, dass zu viele Leute auf einmal kommen. Wohl auch weil die anderen Geschäfte im Einkaufszentrum zu sind. Es ist ein komisches Gefühl, wenn man an den heruntergelassenen Läden vorbei zur Arbeit geht. Wir sind guter Dinge, doch es ist ungewiss, was noch kommt. Für den Fall, dass Mitarbeitende aus unserem Team krank werden, schulen wir Personal von Micasa, Sportxx, Melectronics oder dem Migros-Restaurant für einen Einsatz im Lebensmittelbereich. Für mich persönlich hat das auch eine schöne Seite: Ich treffe Menschen wieder, mit denen ich früher zusammengearbeitet habe.

Aufgezeichnet von Adrian Lemmenmeier

Mehr zum Thema