Glosse
Für den Ständerat kandidieren am Heiligabend: Die Grünen machen es vor

Übrigens... Die Grünen des Kantons St.Gallen haben entschieden, ihre Kandidatur für den frei werdenden Ständeratssitz von Bundesrätin Karin Keller-Sutter am 24.Dezember bekanntzugeben. Das ist so originell, dass es kein Zufall sein kann.

Odilia Hiller
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Odilia Hiller. (Bild: Michel Canonica)

Odilia Hiller. (Bild: Michel Canonica)

Kommt am 24.12. das Christkindli? Ja! Aber nicht nur. Dann möchten die Grünen des Kantons St.Gallen auch ihre Ständeratskandidatin oder ihren Ständeratskandidaten präsentieren.

Das Datum ist herzig gewählt. Und sehr symbolträchtig. Auch wenn die Nachricht bis am 27.Dezember in keiner gedruckten Zeitung nachzulesen sein wird, ist der 24.Dezember voller Metaphern, die sich hervorragend für das Aufgehen eines neuen Sterns am Himmel der Grünen bemühen lassen.

Die Kandidatur kommt strategisch zu einem so besonderen Zeitpunkt, dass man unverzüglich an Maria und den überraschenden Besuch des Heiligen Geists denkt. Über dessen ökologischen Fussabdruck und Einstellung zu Blockheizkraftwerken ist zwar wenig bekannt. Doch gewisse Grundwerte teilen sich die Grünen mit den Christen. «Eine andere Welt ist möglich», heisst es im Leitbild der Kantonalpartei. Und: «Gerechtigkeit und Frieden ohne Grenzen.» Was passt besser zum Fest der Liebe als diese schöne Utopie?

Und so machen die Grünen der Welt im Grunde ein Last-Minute-Weihnachtsgeschenk jenseits von Kommerzwahn und Päckli-Irrsinn. Ob unter dem einheimischen Fairtrade-Miet-Christbaum eine Frau oder ein Mann liegt und welche Pläne der oder die Auserwählte hat, um erfolgreich in Karin Keller-Sutters tiefen Fussabdruck zu treten, wird sich zeigen, wenn sich die frohe Kunde verbreitet.

Er oder sie muss dann nur noch die Nicht-Frau Benedikt Würth der CVP, die nicht so bekannte Susanne Vincenz-Stauffacher der FDP und eine noch unbekannte SVP-Kandidatin überflügeln. Engelsgleich und jubilierend. Und das alles noch vor Ostern.

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