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KANDIDATENSUCHE: Wer, wenn nicht sie?

Die Ostschweiz reklamiert lautstark einen Sitz im Bundesrat. Allein: Bei der FDP, deren Bundesrat Johann Schneider-Ammann bald abtreten könnte, kommen dafür nur zwei in Frage.
Stefan Schmid, Regula Weik
Karin Keller-Sutter, FDP, ehemalige Kantons- und Regierungsrätin, sitzt seit 2011 für den Kanton St.Gallen im Ständerat. (Bild: Keystone)

Karin Keller-Sutter, FDP, ehemalige Kantons- und Regierungsrätin, sitzt seit 2011 für den Kanton St.Gallen im Ständerat. (Bild: Keystone)

Die Ostschweiz will nicht länger aussen vor stehen. Bei der nächsten Vakanz im Bundesrat soll eine Politikerin oder ein Politiker aus unserer Region berücksichtigt werden. Diese klare Botschaft bekommen heute die Spitzen der vier Bundesratsparteien von Vertreterinnen und Vertretern der sieben Ostschweizer Kantone – Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden, Glarus, Graubünden, Schaffhausen, St.Gallen und Thurgau – zu hören. Bereits die Ankündigung des Treffens am Rande der Olma in St.Gallen (Ausgabe von gestern) hat in Politikerkreisen für Gesprächsstoff gesorgt – auch ausserhalb der Ostschweiz.

Eine Partei ist dabei besonders gefragt und gefordert: die Freisinnigen. Einiges deutet darauf hin, dass sich FDP-Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann bald aus dem Bundesrat verabschieden könnte. Seit geraumer Zeit wirkt der Berner müde, Ende Jahr läuft sein Präsidialjahr ab und 2017 erreicht er das reguläre Pensionsalter. Zeit also die Frage zu stellen, welche Ostschweizer ihn beerben könnten.

Sie selber hat zwar stets betont, das Thema sei nach der Nichtwahl von 2010 erledigt. Doch wo immer man sich umhört, fällt der Name Karin Keller-Sutter. Die St.Galler Ständerätin gilt in weiten Kreisen als Topfavoritin – so sie denn will. Im Unterschied zu ihrer ersten Bundesratskandidatur vor sechs Jahren ist Keller-Sutter im Parlament mittlerweile bestens vernetzt. Im Ständerat gehört sie zu den wichtigsten freisinnigen Stimmen. Weit über die Ostschweiz hinaus hat man zudem ihr gutes Einvernehmen mit SP-Ständerat Paul Rechsteiner zur Kenntnis genommen. Das einst verkrampfte und unterkühlte Verhältnis zu den Sozialdemokraten hat sich merklich verbessert. Das könnte ihr wichtige Stimmen bringen, zumal die SVP wohl weiterhin kein Interesse daran hat, eine starke Freisinnige wie Keller-Sutter in den Bundesrat zu hieven.

Nebst der St.Gallerin wird auch ihr Ständeratskollege Martin Schmid als möglicher Schneider-Ammann-Nachfolger genannt. Der Bündner ist allerdings stark in seiner Heimat verwurzelt. Inwiefern ihm die Nähe zum umtriebigen Investor Remo Stoffel (Turmbau in Vals) zum Nachteil gereichen könnte, ist offen. Kaum Chancen dürfte der Glarner Ständerat Thomas Hefti haben; er gehört dem Gremium erst seit 2014 an und hat sich bislang unauffällig bewegt.

Bleibt der vierte freisinnige Ostschweizer Ständerat – der Ausserrhoder Andrea Caroni. Intellektuell ohne Zweifel begabt, geht sein Ehrgeiz aber manchem Parteikollegen zu weit. Das bekam er auch bereits zu spüren: Caroni hätte allzu gerne das Nationalratspräsidium übernommen, wurde intern aber zurückgebunden.

Nationalräte ohne Perspektive
Ein Blick auf den Nationalrat zeigt: Da dürfte die FDP-Spitze vergeblich nach allfälligen Ostschweizer Kandidaten Ausschau halten. Der St.?Galler Nationalrat Walter Müller ist dem Ende seiner Laufbahn näher als dem Aufstieg in den politischen Olymp. Für die beiden weiteren Ostschweizer FDP-Nationalräte – den St.Galler Marcel Dobler wie den Thurgauer Hermann Hess – gilt: Die beiden Unternehmer haben erst vor einem Jahr den Sprung nach Bern geschafft. Für einen weiteren Überraschungscoup dürfte ihre Bekanntheit viel zu gering und ihr Profil noch zu wenig geschliffen sein.

Bleiben die Regierungsräte. Sie sind gegenüber nationalen Persönlichkeiten stets im Nachteil. Das bekam 2010 selbst Karin Keller-Sutter zu spüren: Gegenüber dem in Bundesbern bestens vernetzten Schneider-Ammann hatte die einstige Präsidentin der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren letztlich keine Chance.

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