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Kampfwahl um Nachfolge von Gewerkschaftsboss Paul Rechsteiner: Barbara Gysi lässt nicht locker

Am Samstag entscheidet sich, wer das Präsidium des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes übernimmt. Die St.Galler Kandidatin Barbara Gysi rechnet mit einem knappen Wahlresultat.
Adrian Vögele, Bern
Wird sie seine Nachfolgerin beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund? Barbara Gysi und Paul Rechsteiner im Bundeshaus. (Bild: Keystone/Alessandro della Valle)

Wird sie seine Nachfolgerin beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund? Barbara Gysi und Paul Rechsteiner im Bundeshaus. (Bild: Keystone/Alessandro della Valle)

Der Zweikampf um die Nachfolge von Paul Rechsteiner an der Spitze des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) geht in die Schlussphase. Lange galt der Waadtländer SP-Regierungsrat Pierre-Yves Maillard als Favorit. Der St.Galler SP-Nationalrätin und Gewerkschafterin Barbara Gysi wurden wenig Chancen zugeschrieben. Der Zentralvorstand der Unia, der grössten Schweizer Gewerkschaft, unterstützt Maillard: Das Gremium gewichtet die Tatsache, dass die Romandie in der Leitung des SGB untervertreten ist, höher als die Frauenfrage.

Auch die Gewerkschaften SEV und Syndicom stellen sich hinter den 50-jährigen Waadtländer. Doch jetzt steigt die Nervosität in Maillards Lager: Gysi führt ihren Wahlkampf beharrlich – sie sei «auf Aufholjagd», stellte der «Tages-Anzeiger» vor kurzem fest.

Die 54-jährige Wilerin rechnet mit einem eher knappen Ergebnis, wie sie sagt.

«Das Rennen ist offen. Man darf sich von den Nominationen der Gewerkschaften nicht täuschen lassen.»

Die Nominationen würden in den Gremien gefällt. «Ich spüre Unterstützung aus der Basis verschiedener Gewerkschaften.» Die Unia-Frauenkommission etwa habe fast einstimmig eine Frau gewünscht.

Harte Kritik vom Gegner

Pierre-Yves Maillard (Bild: Keystone)

Pierre-Yves Maillard (Bild: Keystone)

Als Gysi am Dienstag im «Blick» inhaltliche Forderungen aufzählte, sah sich Maillard veranlasst, sofort zu reagieren. Sie könne sich gut eine Initiative der Gewerkschaften für eine 35-Stunden-Woche vorstellen, hatte Gysi gesagt. «Illusorisch» nannte Maillard solche Pläne – sie würden der Glaubwürdigkeit der Gewerkschaften schaden. Er wolle lieber beim Problem ansetzen, dass viele Arbeitnehmer nach wie vor nur vier Wochen Ferien und zwölf Monatslöhne hätten.

Gysi lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen.

«Man muss Ziele haben – auch solche, die man vielleicht nicht schon morgen erreicht. Wir müssen über eine ernsthafte Arbeitszeitverkürzung reden, wenn es um die Umverteilung der Effizienzgewinne aus der Digitalisierung geht.»

Das sei auch für die Arbeitgeber ein Thema, wie sie in Gesprächen feststelle. Zudem sei es eine Forderung der SGB-Frauenkommission.

Andere Schwerpunkte als in der Ära Rechsteiner

Gysi will den Anliegen, die Frauen besonders betreffen, im SGB mehr Gewicht geben, vor allem der Lohngleichheit und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Hat Rechsteiner in dieser Hinsicht zu wenig bewirkt? «In letzter Zeit standen im SGB andere Themen im Zentrum: Flankierende Massnahmen, Lohnschutz, Renten», sagt sie. «Das sind wichtige Bereiche, in denen sich Paul Rechsteiner sehr engagiert und auch Erfolge erzielt hat.»

Doch jetzt gelte es, die Frauen mehr in die Gewerkschaftsbewegung zu holen und ihren Themen mehr Bedeutung beizumessen. «Da hilft es, eine Frau im Präsidium zu haben. Ich bringe viel Erfahrung mit, darum stelle ich mich zur Verfügung.» Dass sie aus demselben Kanton komme wie Rechsteiner, habe bisher keine grossen Diskussionen ausgelöst, sagt Gysi. «Es geht eher um die Frage: Deutschschweiz oder Romandie?» Das sei bei der Wahl aber nur einer von mehreren Aspekten. Der Entscheid fällt am Samstagvormittag am SGB-Kongress in Bern.

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