Kampfansage an die Olma-Pöbler

ST.GALLEN. Schlägereien, Unflätigkeiten, Vandalismus. Die Olma-Messen und die Stadtpolizei St. Gallen reagieren auf die Vorfälle vom Herbstjahrmarkt 2014. Das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung soll steigen. Gestern stellten sie Massnahmen dazu vor.

Jana Rutarux
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Die Stadtpolizei St. Gallen will am nächsten Herbstjahrmarkt präsenter sein. (Bild: Coralie Wenger)

Die Stadtpolizei St. Gallen will am nächsten Herbstjahrmarkt präsenter sein. (Bild: Coralie Wenger)

Was sich am Herbstjahrmarkt während der Olma im vergangenen Jahr abgespielt hat, soll sich nicht wiederholen. Es kam zu unschönen Szenen: Marktfahrer wurden angegriffen, Betrunkene urinierten an Hausfassaden und hinterliessen Glasscherben in Vorgärten.

Infolgedessen haben sich am jährlichen runden Tisch Interessenvertreter der Olma-Messen, der Stadtpolizei, aber auch der Schausteller- und Marktführerverbände sowie Anwohner getroffen. Rund 40 Personen haben über Sicherheit und Sauberkeit an der Olma und am Jahrmarkt diskutiert.

Mehr private Sicherheitsleute

Die Massnahmen, welche an der Olma 2015 umgesetzt werden sollen, wurden gestern von Olma-Direktor Nicolo Paganini und Stadtpolizeikommandant Ralph Hurni vorgestellt. «Einerseits sollen Probleme im öffentlichen Raum zusätzlich angegangen werden, andererseits wollen wir dem Quartier signalisieren, dass nicht alle negativen Auswirkungen toleriert werden müssen», sagt Hurni.

Um das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu verbessern, soll künftig ein privater Sicherheitsdienst eingesetzt werden. Ausserdem wird es an beiden Wochenenden, jeweils von Donnerstag bis Samstag eine Sanitäts-Triagestelle mit Betreuung geben. Diese Triagestelle bildet den teuersten Kostenpunkt des Massnahmenkatalogs. Was die Sauberkeit des Jahrmarktgeländes anbelangt, werden zusätzliche Sanitärcontainer und bessere WC-Beschriftungen aufgestellt. Die Reinigung der Anlagen und des Geländes wird intensiviert und auch die privaten Gärten der Anwohner werden von Abfall befreit. Die Umsetzung aller Massnahmen wird insgesamt 44 000 Franken kosten.

Die Stadtpolizei St. Gallen hat ihrerseits eigene Optimierungen geplant. Sie möchte das Sicherheitsdispositiv verbessern und sichtbarer sein. «Wir werden bei schönem Wetter mit mehr Beamten vor Ort sein und leuchtende Westen tragen», sagt Kommandant Ralph Hurni. Das Ziel ist, präsent zu sein, ohne es zu übertreiben: «Die Leute sollen nicht denken, es sei gefährlich auf dem Jahrmarkt.»

Gläser bleiben in den Hallen

Auch die Olma-Messen wollen interne Änderungen vornehmen. «Wir sind zwar nicht die Veranstalter des Jahrmarkts, doch die beiden Anlässe gehören zusammen. Von negativen Schlagzeilen ist die Olma meist am stärksten betroffen», sagt Olma-Direktor Nicolo Paganini. Deshalb wird neu ein zweistufiges Verfahren angewendet, damit die Olma-Besucher keine Gläser mehr mitnehmen können. Kontrollen werden sowohl bei den Gelände- als auch an den Hallenausgängen durchgeführt. Dies bedeute unter anderem zusätzliche Securitas und «Gläserbuben», sagt Paganini. «Wir führen das ein, obwohl wir der Überzeugung sind, dass der Grossteil des Gläserabfalls ausserhalb des Messegeländes nicht von uns stammt.»

Weiter wird der Personenfluss beim Schützengarten-Stand verbessert. Ein markierter Bereich soll stets frei bleiben. Dafür wird ebenfalls Personal eingesetzt. Hier beteiligt sich die Brauerei Schützengarten an den Kosten.

Schulung zur Prävention

Damit nicht genug: Sowohl Olma-Aussteller als auch Marktfahrer sollen von der Stiftung Suchthilfe geschult werden. In den vergangenen Jahren lag der Schwerpunkt auf Jugendschutz. Dieses Mal wird besonders der Alkoholausschank an bereits angetrunkene Gäste thematisiert. Für die 44 000 Franken kommen die Veranstalter und Organisatoren gemeinsam auf. Das Kantonsspital St. Gallen übernimmt 4500 Franken. Die übrigen 40 000 Franken werden zu je einem Drittel von den Olma-Messen, den Schaustellern und Markthändlern, der Stadtpolizei sowie zahlreichen Gastrobetreibern übernommen.

Richard Wüst, Vertreter der Brauerei Schützengarten, sollte an der gestrigen Medienorientierung ebenfalls dabei sein. Ihm war es aber aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich, den Termin wahrzunehmen. Auf Anfrage sagt er: «Wir werden mit der Umsetzung der Massnahmen Erfahrungen sammeln. Dass es dennoch zu Vorfällen kommt, kann man nie ausschliessen.»

Am nächsten runden Tisch Ende 2015 wird diskutiert, ob die Massnahmen weitergeführt oder allenfalls überarbeitet werden.

Nicolo Paganini Direktor Olma-Messen (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Nicolo Paganini Direktor Olma-Messen (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Ralph Hurni Kommandant Stadtpolizei (Bilder: Urs Bucher)

Ralph Hurni Kommandant Stadtpolizei (Bilder: Urs Bucher)

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