Kampf um die Talente beginnt

Wie sollen Firmen auf die veränderte Altersstruktur reagieren? HSG-Professor Stephan Böhm gab Erklärungen bei der Familienplattform Ostschweiz.

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St. Gallen. An der Generalversammlung der Familienplattform Ostschweiz (FPO) freuten sich die Mitglieder zunächst über einen beträchtlichen Zuwachs: Offensichtlich können Mitgliedsfirmen wie auch berufstätige Eltern immer mehr vom Engagement des Vereins profitieren. Auch das umfangreichere Angebot an ausserfamiliären Betreuungsangeboten auf der Website dokumentieren laut Vorstandsmitglied Priska Ziegler den Bedarf und das steigende Interesse an der FPO.

Altersgerechte Personalpolitik

Mit dem Referat von Stephan Böhm nutzte die FPO die Gelegenheit, um Unternehmensverantwortlichen die Herausforderungen und Chancen im Personalmanagement vor Augen zu führen. Böhm, Buchautor und Assistenzprofessor für Betriebswirtschaftslehre und Direktor des Center for Disability and Integration an der Uni St. Gallen, sprach von einer altersgerechten Personalpolitik, die strategisch bedeutend sei und unter anderem die Handlungsfelder Rekrutierung, Arbeitszeitmodelle, Weiterbildung, Karrieremanagement sowie Führung und Kultur umfasse.

Böhm zeigte auf, dass die zukünftige Verknappung sowie das steigende Durchschnittsalter von qualifizierten Arbeitskräften zu einem wachsenden «Kampf um Talente» führen werden. So werde es immer wichtiger, dass Unternehmen ihre Rekrutierungsmuster überdenken und sich aktiv um Mitarbeitende aller Altersgruppen bemühen: «Gelingt es den Arbeitgebern, die unterschiedlichen Erfahrungen und Kompetenzen aller Mitarbeitenden nutzbar zu machen, so wird ihnen dies nicht zuletzt auch bei der Erschliessung neuer Absatzmärkte oder Kundengruppen helfen.»

Generationenvielfalt beachten

Der Alters- und Generationenvielfalt in Unternehmen müsse mehr Bedeutung beigemessen werden. In vielen Fällen seien die Bedürfnisse der unterschiedlichen Altersgruppen komplementär. So zeigte Böhm auf, dass die Schaffung flexibler Arbeitszeitmodelle mit Teilzeitarbeit, Jobsharing oder Heimbüro für junge Familien ebenso nützlich sei wie für ältere Arbeitnehmer, die einen schrittweisen Übertritt in den Ruhestand wünschen.

Böhm machte Mut, jungen wie älteren Arbeitskräften ohne Vorurteile zu begegnen; er ist überzeugt, dass jede Altersgruppe für Unternehmen einen hohen Mehrwert schaffen kann. (red.)

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