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KALTBRUNN/RAPPERSWIL: Grosses Interesse für eine kleine Partei

Medienleute aus der ganzen Schweiz reisen zu einer Veranstaltung der rechtsextremen Pnos. Parteichef Dominic Lüthard nutzt dies zur Verkündung seiner politischen Ziele.
Michael Genova, Regula Weik
Pnos-Mitglieder feiern im Gasthaus Löwen in Kaltbrunn. (Bild: Benjamin Manser/KEY)

Pnos-Mitglieder feiern im Gasthaus Löwen in Kaltbrunn. (Bild: Benjamin Manser/KEY)

Grossaufgebot am Samstagabend vor dem Gasthaus Löwen in Kaltbrunn: Auf dem Parkplatz hatte die Polizei mit mehreren Autos Stellung bezogen und auf dem Trottoir wartete eine Gruppe von Fotografen, Kameraleuten und Journalisten. Gegen halb sieben Uhr trat Dominic Lüthard, Präsident der Partei National Orientierter Schweizer (Pnos), vor die Medienleute und sagte: «Wir haben hier eine Parteiveranstaltung und kein Konzert mit 5000 Leuten.»

Wer ist die Pnosüberhaupt?

Die gestrige Gründungsfeier von fünf Ostschweizer Sektionen der Pnos wäre wohl unbeachtet von der Öffentlichkeit über die Bühne gegangen – wären nicht vor einer Woche 5000 Rechtsextreme zu einem Konzert nach Unterwasser angereist. Der Grossaufmarsch der Neonazis im Toggenburg hat der angekündigten Gründungsfeier der Pnos unerwartete Aufmerksamkeit und Medienpräsenz beschert.

Die Pnos hat politisch so gut wie keinen Einfluss – auch wenn die Gründung neuer Sektionen diesen Eindruck vermitteln könnte. Nach eigenen Angaben zählt sie elf Sektionen quer durchs ganze Land und etwa 400 Mitglieder. Davon sollen 60 in der Ostschweiz zu Hause sein. An der Spitze der «Landesleitung» steht Dominic Lüthard. «Wir sind in den vergangenen Jahren gewachsen», sagte der Pnos-Präsident gestern Abend vor den Medien in Kaltbrunn. Noch vor eineinhalb Jahren habe die Partei erst 300 Mitglieder gezählt. Gefragt nach den Parteimitgliedern antwortete er: Das durchschnittliche Mitglied sei männlich und zwischen 20 und 30 Jahre alt.

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Pnos-Chef Domini Lüthard steht den Journalisten Red und Antwort. (Bild: Manuela Matt)Pnos-Chef Domini Lüthard steht den Journalisten Red und Antwort. (Bild: Manuela Matt)
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Pnos-Chef Domini Lüthard. (Bild: Manuela Matt)Pnos-Chef Domini Lüthard. (Bild: Manuela Matt)
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Das Restaurant Löwen in Kaltbrunn. (Bild: Benjamin Manser)Das Restaurant Löwen in Kaltbrunn. (Bild: Benjamin Manser)
Bild: Urs ZweifelBild: Urs Zweifel
EXTREMISMUS, PARTEI NATIONAL ORIENTIER SCHWEIZER, (Bild: Benjamin Manser)EXTREMISMUS, PARTEI NATIONAL ORIENTIER SCHWEIZER, (Bild: Benjamin Manser)
Pnos-Chef Domini Lüthard stellt sich den Fragen der Medien. (Bild: Urs Zweifel)Pnos-Chef Domini Lüthard stellt sich den Fragen der Medien. (Bild: Urs Zweifel)
Hinter dem Gasthaus befindet sich das Party-Chalet, in dem die Feier abgehalten wurde. (Bild: Benjamin Manser)Hinter dem Gasthaus befindet sich das Party-Chalet, in dem die Feier abgehalten wurde. (Bild: Benjamin Manser)
EXTREMISMUS, PARTEI NATIONAL ORIENTIER SCHWEIZER, (Bild: Benjamin Manser)EXTREMISMUS, PARTEI NATIONAL ORIENTIER SCHWEIZER, (Bild: Benjamin Manser)
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Polizisten umzingeln am Rapperswiler Bahnhof die Antifaschisten. (Bild: Manuela Matt)Polizisten umzingeln am Rapperswiler Bahnhof die Antifaschisten. (Bild: Manuela Matt)
Kein Durchkommen der Antifa-Demo. (Bild: Manuela Matt)Kein Durchkommen der Antifa-Demo. (Bild: Manuela Matt)
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Pnos-Feier und Antifa-Demo


Die Partei national orientierter Schweizer bewegt sich am äussersten rechten Rand des politischen Spektrums, sie ist aber legal. Lüthard war zwar wiederholt wegen Rassendiskriminierung angeklagt, wurde aber jeweils freigesprochen. Der Pnos-Präsident wohnt im Oberaargau, wo die Partei seit Jahren stark ist. Dennoch scheiterte Lüthard bislang bei seinen Anläufen auf ein politisches Amt. Zweimal setzte er zum Sprung ins Berner Kantonsparlament an; beide Male blieb er chancenlos. Auch in der übrigen Schweiz hat die Partei auf kantonaler Ebene keine Relevanz. Etwas anders ist es auf Gemeindeebene: Drei Jahre lang sass ein Vertreter im Gemeinderat der solothurnischen Gemeinde Günsberg; sieben Jahre stellte die Partei einen Vertreter im Stadtparlament von Langenthal, 2011 räumte sie den Sitz freiwillig – es fand sich kein Nachfolger. Zurzeit ist die Pnos in keinem kommunalen Parlament mehr vertreten. Lüthard macht jedoch klar, dass er dies ändern will. «Der parlamentarische Weg ist das Ziel.» Dafür brauche es jedoch gewisse Strukturen sowie Mitglieder, die bereit seien, sich zu exponieren.

Der Pnos-Präsident kritisierte sodann die rechtsbürgerliche Politik der SVP. Sie schaffe es nicht, Urnenentscheide wie die Masseneinwanderungs-Initiative politisch durchzusetzen. «Wir wollen nicht nur über das Ausländerproblem reden, wir wollen auch etwas verändern», so Lüthard.

Zu ihren Zielen schreibt die Partei auf ihrer Homepage, die Pnos wehre sich dagegen, dass aus Europa ein zweites Amerika gemacht werden solle. «Deshalb fordert sie den rechten Volksstaat in der Schweiz und tritt entschieden gegen die heuchlerischen Phrasen vom Multikulti und totaler Vermischung aller Völker ein, welche nur den globalistischen Plan zur Auslöschung aller Völker und Kulturen bemänteln sollen.»

«Ahnensturm» wacht über Parkplatz

Seit Anfang 2015 hat die Pnos einen parteieigenen Sicherheitsdienst, den «Ahnensturm». Er zählt rund 25 Mitglieder und ist laut Lüthard keine paramilitärische Einheit. «Wir wollen nicht Kriegerlis spielen.» Der Sicherheitsdienst habe den Auftrag, die Parteimitglieder zu schützen – «auch vor aufdringlichen Journalisten». Die Partei wolle ihre Anlässe und Veranstaltungen «störungsfrei» durchführen können. Und weiter: «Dies sollte in einem freien Land wie der Schweiz eigentlich normal sein. Der Pnos wollen gewisse Menschen – meist aus dem linksextremen Umfeld – diese Freiheit allerdings nicht gewähren und greifen nicht selten zu feigen und hinterhältigen Mitteln.»

Die Antifa führt in Rapperswil eine Gegenkundgebung durch. (Bild: Manuela Matt/ZSZ)

Die Antifa führt in Rapperswil eine Gegenkundgebung durch. (Bild: Manuela Matt/ZSZ)

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