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KALTBRUNN: Neonazis verhöhnen St.Galler Kantonspolizei

Bei der Pnos-Feier in Kaltbrunn soll der Sänger der Rechtsrock-Band Flak trotz Einreisesperre aufgetreten und erst danach von der St.Galler Kantonspolizei ausgewiesen worden sein. Die Rechtsextremen sprechen von einem Handel mit der Polizei; diese will das genaue Vorgehen nicht kommentieren.
Sarah Gerteis
In einer Festbaracke hinter dem Restaurant "Löwen" in Kaltbrunn fand die Pnos-Feier statt. (Bild: BENJAMIN MANSER (KEYSTONE))

In einer Festbaracke hinter dem Restaurant "Löwen" in Kaltbrunn fand die Pnos-Feier statt. (Bild: BENJAMIN MANSER (KEYSTONE))

KALTBRUNN. Die Sätze auf Facebook lassen aufhorchen: Sven Skoda, deutscher Neonazi und Gastredner bei der Feier der Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) vom vergangenen Samstag in Kaltbrunn, macht sich auf seinem Profil nicht nur lustig über die St.Galler Kantonspolizei. Er unterstellt den Beamten gar einen Handel: Sie sollen Philipp "Phil" Neumann, Sänger der deutschen Rechtsrock-Band Flak, der vom Bundesamt für Polizei (Fedpol) mit einer Einreisesperre belegt worden war, erst nach dessen Konzert über diese informiert und ihn danach aus der Schweiz ausgewiesen haben.

Zwei Stunden "Balladen"
"Zwischen den Zeilen hatte die Polizei durchblicken lassen, dass man über den Zeitpunkt der 'Auslieferung' verhandeln könnte, um 'andere Massnahmen' zu vermeiden", schreibt Skoda. Und weiter: "Der Polizei wurde daher mitgeteilt, dass Phil und ich uns um 22 Uhr bei ihnen melden würden. (...) Das Angebot wurde angenommen." Skoda sieht dies als doppelten Erfolg. So seien nicht nur zwei Stunden "Balladen" gespielt worden: Die Pnos habe von der Publikmachung der "Ausschaffung" ebenfalls profitieren können.

Ein "Umweg über St.Gallen"
Um 22 Uhr hätten sich er und Neumann in die "Obhut der Polizei" begeben. "Mit einem Umweg über St.Gallen, wo Phil noch eine Verfügung bekam, die ihm die Einreise in die Schweiz bis zum 7.11.2016 untersagt, wurden wir dann zur Grenze eskortiert." Seine Bilanz: "Alles in allem sehr unterhaltsam. (...) Pnos voran. Wir waren garantiert nicht das letzte Mal in der Schweiz."

Polizei schweigt über Zeitpunkt
Bei der St.Galler Kantonspolizei will man den angeblichen Handel nicht kommentieren. Mediensprecher Gian Andrea Rezzoli bestätigt einzig, dass man im Zusammenhang mit der Veranstaltung in Kaltbrunn die mit einer Einreisesperre belegte Person, "angehalten, auf den Polizeiposten mitgenommen und anschliessend an die Grenze begleitet" habe. Zu welchem Zeitpunkt dies geschehen ist - vor, während oder nach dem Konzert - sagt Rezzoli nicht. Stattdessen verweist er auf "polizeitaktische Überlegungen" und stellt klar: "Solange die Einreisesperre gegenüber der Person nicht eröffnet worden ist, darf sie sich in der Schweiz aufhalten."

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Pnos-Chef Domini Lüthard steht den Journalisten Red und Antwort. (Bild: Manuela Matt)Pnos-Chef Domini Lüthard steht den Journalisten Red und Antwort. (Bild: Manuela Matt)
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Pnos-Chef Domini Lüthard. (Bild: Manuela Matt)Pnos-Chef Domini Lüthard. (Bild: Manuela Matt)
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Das Restaurant Löwen in Kaltbrunn. (Bild: Benjamin Manser)Das Restaurant Löwen in Kaltbrunn. (Bild: Benjamin Manser)
Bild: Urs ZweifelBild: Urs Zweifel
EXTREMISMUS, PARTEI NATIONAL ORIENTIER SCHWEIZER, (Bild: Benjamin Manser)EXTREMISMUS, PARTEI NATIONAL ORIENTIER SCHWEIZER, (Bild: Benjamin Manser)
Pnos-Chef Domini Lüthard stellt sich den Fragen der Medien. (Bild: Urs Zweifel)Pnos-Chef Domini Lüthard stellt sich den Fragen der Medien. (Bild: Urs Zweifel)
Hinter dem Gasthaus befindet sich das Party-Chalet, in dem die Feier abgehalten wurde. (Bild: Benjamin Manser)Hinter dem Gasthaus befindet sich das Party-Chalet, in dem die Feier abgehalten wurde. (Bild: Benjamin Manser)
EXTREMISMUS, PARTEI NATIONAL ORIENTIER SCHWEIZER, (Bild: Benjamin Manser)EXTREMISMUS, PARTEI NATIONAL ORIENTIER SCHWEIZER, (Bild: Benjamin Manser)
EXTREMISMUS, PARTEI NATIONAL ORIENTIER SCHWEIZER, (Bild: Benjamin Manser)EXTREMISMUS, PARTEI NATIONAL ORIENTIER SCHWEIZER, (Bild: Benjamin Manser)
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EXTREMISMUS, PARTEI NATIONAL ORIENTIER SCHWEIZER, (Bild: Benjamin Manser)EXTREMISMUS, PARTEI NATIONAL ORIENTIER SCHWEIZER, (Bild: Benjamin Manser)
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EXTREMISMUS, PARTEI NATIONAL ORIENTIER SCHWEIZER, (Bild: Benjamin Manser)EXTREMISMUS, PARTEI NATIONAL ORIENTIER SCHWEIZER, (Bild: Benjamin Manser)
Polizisten umzingeln am Rapperswiler Bahnhof die Antifaschisten. (Bild: Manuela Matt)Polizisten umzingeln am Rapperswiler Bahnhof die Antifaschisten. (Bild: Manuela Matt)
Kein Durchkommen der Antifa-Demo. (Bild: Manuela Matt)Kein Durchkommen der Antifa-Demo. (Bild: Manuela Matt)
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Pnos-Feier und Antifa-Demo


Die St.Galler Kantonspolizei steht seit dem Neonazi-Konzert in Unterwasser vom 15. Oktober in der Kritik: Ihr wird vorgeworfen, den Anlass nicht verhindert sowie allfällige Verstösse gegen die Rassismus-Strafnorm nicht adäquat verfolgt zu haben.

"Und dann waren wir schon in der Schweiz": Ein Facebook-Screenshot, verbreitet von der Antifa Bern, zeigt das Statement von Sven Skoda zum Abend in Kaltbrunn. (Bild: Facebook)

"Und dann waren wir schon in der Schweiz": Ein Facebook-Screenshot, verbreitet von der Antifa Bern, zeigt das Statement von Sven Skoda zum Abend in Kaltbrunn. (Bild: Facebook)

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