Kärtchen für Kompetenzen der Lehrer

FRAUENFELD. Im Unterschied zu den Schülern werden Lehrer schon lange nach ihren Kompetenzen beurteilt. Um die Schulleiter bei der Einführung des Lehrplans 21 zu unterstützen, stellt ihnen das Thurgauer Erziehungsdepartement einen «Kompetenzmanager» zur Verfügung.

Drucken
Teilen

FRAUENFELD. Im Unterschied zu den Schülern werden Lehrer schon lange nach ihren Kompetenzen beurteilt. Um die Schulleiter bei der Einführung des Lehrplans 21 zu unterstützen, stellt ihnen das Thurgauer Erziehungsdepartement einen «Kompetenzmanager» zur Verfügung. Dabei handelt es sich um ein Kärtchen-Set mit zugehörigem Onlineprogramm. Entwickelt hat es die Fachhochschule Nordwestschweiz für die Weiterbildung in den Kantonen Aargau und Thurgau. Für die Thurgauer Bedürfnisse sei es angepasst worden, erklärt Sandra Bachmann, Leiterin der Abteilung Schulevaluation und Schulentwicklung im Amt für Volksschule.

30 000 Franken für zwei Jahre

Als Basis dienten die «Merkmale für Unterrichts- und Schulqualität», ein Leitfaden des Thurgauer Departements für Erziehung und Kultur (DEK). Für den «Kompetenzmanager» verwendet worden sind daraus Kompetenzen, die für die Einführung des Lehrplans 21 wichtig sind, zum Beispiel «Lernprozesse initiieren und begleiten». Das DEK hat für einen Betrag «unter 30 000 Franken» eine Gesamtlizenz für alle Thurgauer Schulen gelöst.

Vorgestellt wurde das Instrument an einer Weiterbildungsveranstaltung mit 130 Schulleiterinnen und -leitern im November. Die Reaktion war positiv, sagt der Chef des Amts für Volksschule, Walter Berger. 80 Prozent der Teilnehmer hätten erklärt, sie wollten den «Kompetenzmanager» verwenden. Berger beschreibt das Kärtchen-Set als Checkliste: «Setze ich die Lehrmittel richtig ein? Vermittle ich Lebensweltbezüge? Stelle ich Aufgaben, die motivieren?»

Miteinander reden

«Man kann die Kärtchen auf den Tisch legen», sagt Abteilungsleiterin Bachmann, «und miteinander reden.» Mit dem alljährlichen Mitarbeitergespräch hat der «Kompetenzmanager» nichts zu tun. Es können jedoch Erkenntnisse daraus in ein Mitarbeitergespräch einfliessen.

Gemäss «NZZ am Sonntag» geht der Thurgau mit dem «Kompetenzmanager» einen Schritt über den kompetenzorientierten Unterricht hinaus und führt auch die Lehrer kompetenzorientiert. Demgegenüber sagt Amtschef Berger, bei Lehrern sei es schon immer um Kompetenzen gegangen: «Das ist nichts Neues.» (wu)

Aktuelle Nachrichten