Justiz
Tötungsdelikt mit Metallpfanne: St.Galler Staatsanwaltschaft will Rolle zweier Ärzte untersuchen

Im September 2020 hat ein psychisch kranker Täter in St.Gallen eine Frau mit einer Metallpfanne erschlagen. Nur Stunden zuvor war er aus der psychiatrischen Klinik in Wil entlassen worden. Jetzt soll gegen zwei Ärzte ermittelt werden.

Drucken
Teilen
Nach dem Tötungsdelikt an der Speicherstrasse im September 2020 kam es zu einem Grossaufgebot.

Nach dem Tötungsdelikt an der Speicherstrasse im September 2020 kam es zu einem Grossaufgebot.

Bild: Raphael Rohner
(3. September 2020)

Neue Wendung im Fall des Tötungsdelikts an der Speicherstrasse in St.Gallen, bei der im September 2020 ein psychisch kranker Täter in die Wohnung einer Frau eingedrungen ist und sie mit einer Metallpfanne brutal erschlagen hat: Jetzt soll die Rolle zweier Ärzte des Unternehmens Psychiatrie St.Gallen Nord untersucht werden, wie das Newsportal «St.Gallen24» berichtet. Der 22-jährige Täter wurde nur wenige Stunden vor der Tat aus der psychiatrischen Klinik in Wil entlassen. Die Staatsanwaltschaft habe der Anklagekammer Akten überwiesen, mit der die Ermächtigung zur Eröffnung einer Strafuntersuchung gegen die zwei Ärzte überprüft werden soll, heisst es im Artikel.

«Bei den Delikten stehen fahrlässige Tötung und Aussetzung im Raum.»

Aussetzung ist der juristische Fachbegriff für den Straftatbestand, einen Menschen in eine hilflose Lage zu versetzen, wodurch sein Leben oder seine Gesundheit in Gefahr gerät.

Der Entscheid der Anklagekammer, ob die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren eröffnen kann, wird gemäss «20 Minuten» im nächsten Jahr erwartet.

Polizisten wurden freigesprochen

Erst Ende November war das Gewaltdelikt an der Speicherstrasse erneut in den Medien. Die beiden St.Galler Stadtpolizisten, welche die tödlichen Schüsse auf den Täter abgeben hatten, als dieser auf sein Opfer einschlug, mussten sich vor dem Kreisgericht St.Gallen verantworten. Sie wurden freigesprochen. (dar)

Aktuelle Nachrichten