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JUSTIZ: Rorschach trennt sich von Stadtschreiber

Anfang Februar hatte der ehemalige Gemeindepräsident von Untereggen vor Gericht gestanden. Nun zieht sein heutiger Arbeitgeber die Reissleine.

Roger Böni ist seit Sommer 2016 Stadtschreiber von Rorschach. Wie lange er noch auf der Lohnliste der Stadt stehen wird, ist ­offen. Sicher ist: Nicht mehr allzu lange. Gestern hat der Stadtrat Rorschach bekanntgegeben, er werde sich vom Stadtschreiber trennen. Formell konnte ihm der Stadtrat bislang allerdings nicht kündigen: Böni ist derzeit krankgeschrieben. Was bewegt die Stadt Rorschach zum unüblichen Schritt?

Der 50-jährige Familienvater ist von seiner Vergangenheit eingeholt worden. Böni hatte beim Bau seines Einfamilienhauses gut 9000 Franken Gebühren zu wenig bezahlt. Er war damals allerdings kein gewöhnlicher Bauherr; er war damals Gemeindepräsident von Untereggen. Die falsche Abrechnung hatte sich der ehemalige Gemeindepräsident und Bauverwalter selber ausgestellt. Böni hatte der Gemeinde Untereggen bis Anfang 2014 vor­gestanden. 2016 stellte diese den Fehler fest und erstattete An­zeige.

Anfang Februar hatte Böni deswegen vor Kreisgericht ­Rorschach gestanden. Er habe 20 Jahre nach bestem Wissen und Gewissen für die Gemeinde Untereggen gearbeitet, sagte er vor Gericht. Er habe sich nichts zu Schulden kommen lassen; «es liegt ein Fehler vor – technischer Art». Das Gericht glaubte ihm nicht und verurteilte ihn wegen Urkundenfälschung und ungetreuer Geschäftsbesorgung (Ausgaben vom 7. und 8. Februar).

«Seine Glaubwürdigkeit ist gemindert»

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Trotzdem hat sein ­heutiger Arbeitgeber, die Stadt ­Rorschach, nun die Reissleine ­gezogen. Der Stadtrat habe in mehreren Besprechungen um die ­Antwort gerungen und sich den Schritt reiflich überlegt, sagt Präsident Thomas Müller. Funktion und Stellung des Stadtschreibers seien jedoch gegen innen wie gegen aussen eine besondere. So sei der Stadtschreiber unter anderem Personalverantwortlicher und habe als solcher gelegentlich auch unangenehme Entscheide durchzusetzen. Er unterschreibe zusammen mit dem Stadtpräsidenten Verfügungen und Reglemente und sei verantwortlich für die Kommunikation der Stadt.

Die Funktion des Stadtschreibers setze eine «hohe Glaubwürdigkeit» voraus, sagt Stadtpräsident Müller. Diese sei bei Roger Böni wegen des Umstands des Strafverfahrens «objektiv gemindert; in dieser Position ist es nicht vertretbar, dass jemand einen solchen Rucksack mitbringt». Böni könne deshalb seine Aufgaben «nicht mehr so erfüllen, wie es von einem Stadtschreiber erwartet und verlangt wird».

Stelle wird rasch ausgeschrieben

Auf die Frage, weshalb die Stadt mit dem Schritt nicht zugewartet habe, bis das Urteil rechtskräftig ist, antwortet Müller: «Das ändert nichts.» Das Strafverfahren beeinflusse die Beurteilung der Arbeit des Stadtschreibers, ob berechtigt oder nicht – «das ist das Schicksal der Kaderposition».

Der Stadtrat Rorschach will die Stelle in den nächsten Tagen ausschreiben.

Regula Weik

regula.weik

@tagblatt.ch

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