Jurassische Maus im Basler Zolli

650 geladene Gäste lauschten an der gestrigen Olma-Eröffnungsfeier im Stadttheater St. Gallen den launigen Reden von Olma-Präsident Thomas Scheitlin und Vertretern der drei Gastkantone.

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Peter Zwick, Basel-Landschaft; Christoph Brutschin, Basel-Stadt, Michel Propst, Jura (von links).

Peter Zwick, Basel-Landschaft; Christoph Brutschin, Basel-Stadt, Michel Propst, Jura (von links).

650 geladene Gäste lauschten an der gestrigen Olma-Eröffnungsfeier im Stadttheater St. Gallen den launigen Reden von Olma-Präsident Thomas Scheitlin und Vertretern der drei Gastkantone.

Der «Homo urbanus»

«Der <Homo urbanus> unserer Zeit sehnt sich nach seinen Wurzeln, nach einer Welt, die ihm selber fremd geworden ist, nach ländlicher Idylle und unberührter Landschaft, nach Appenzeller Bläss, nach Urtümlichkeit und Folklore, nach dem Stallgeruch, den das diesjährige Plakat vermittelt.

» Der St. Galler Stadtpräsident Scheitlin brachte die Rede geschickt auf die Schweizer Messe für Landwirtschaft und Ernährung, die seit ihrer Entstehung auch ein Schaufenster für die Landwirtschaft ist. Die Gastkantone Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Jura hätten ihre geographische Randlage mit der Region Ostschweiz gemeinsam. «Das ist aber nur die Innensicht. Richtet man den Blick nach draussen, befinden wir uns im Herzen Europas.»

Diesen Ball nahm der jurassische Regierungsrat Michel Probst gerne auf. Nur gerade 143 Kilometer Luftlinie trennten Delémont und St. Gallen «und ich gehe mal davon aus, dass das auch umgekehrt so ist». Die Teilnahme der Nordwestschweiz an der Olma sei eine Gelegenheit, diese hauptsächlich psychologisch motivierte Distanz zu überbrücken. Probst wandte sich an seine zwei Nordwestschweizer Regierungskollegen auf der Stadttheater-Bühne: «Wir wissen natürlich, dass wir gemeinsam am stärksten sind.»

Gemeinsam Staub aufwirbeln

Mit Blick auf den gemeinsamen Standauftritt in St. Gallen zitierte Probst selbstironisch die Geschichte einer jurassischen Maus, die auf dem Rücken eines Elefanten im Basler Zolli sitzt und piepst: «Hast Du gesehen, wie viel Staub wir beide zusammen aufwirbeln?» Für den baselstädtischen Regierungsrat Christoph Brutschin ist der Nordwesten einer der bedeutendsten Wirtschaftsstandorte, «dessen Wirtschaft landesweit am stärksten wächst».

Und für seinen Baselbieter Kollegen, Regierungsrat Peter Zwick, gäbe es ohne die Nordwestschweiz weder den FCB noch Ricola-Täfeli und Roger Federer. (cz)