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JUNGPARTEIEN: Provokateure, Sammler, Leistungsbringer: Das ist der politische Nachwuchs des Kantons St.Gallen

Die einen fordern geringere Steuern und stellen sich gegen die Mutterpartei. Die anderen haben das Referendum gegen das Verhüllungsverbot zustande gebracht. Es ist einiges los beim politischen Nachwuchs des Kantons St.Gallen.
Katharina Brenner
Manolito Steffen, Präsident Junge Grüne SG, Noah Menzi, Präsident Jungfreisinnige SG, Sascha Schmid, Präsident Junge SVP Kanton SG, Andri Bösch, Präsident Juso SG, Andrin Monstein, Präsident Junge Grünliberale SG und Luca Frei, Präsident Junge CVP Kanton SG (v.l.n.r.). (Bild: Montage: Tagblatt)

Manolito Steffen, Präsident Junge Grüne SG, Noah Menzi, Präsident Jungfreisinnige SG, Sascha Schmid, Präsident Junge SVP Kanton SG, Andri Bösch, Präsident Juso SG, Andrin Monstein, Präsident Junge Grünliberale SG und Luca Frei, Präsident Junge CVP Kanton SG (v.l.n.r.). (Bild: Montage: Tagblatt)

Jusos - die engagierten Städter

Mitglieder:230
Frauenanteil:nicht bekannt, aber Geschlechterquote im Vorstand
Gründung: 1998
Durchschnittsalter: 20

Es war das erste Mal für die Jungpartei: Sie reichte im Sommer 2017 einen Wahlvorschlag bei der Stadtkanzlei ein, Andri Bösch wollte in den St.Galler Stadtrat. Der 20-Jährige führte einen souveränen, prononciert linken Wahlkampf, zog sich aber vor dem zweiten Wahlgang zurück, um Sonja Lüthi den Weg frei zu machen. Der Linksrutsch in der Stadt St.Gallen in den vergangenen anderthalb Jahren hängt auch mit dem Engagement der Jungsozialisten zusammen. Soziale, gesellschaftsliberale, feministische Themen haben – zumindest in der Stadt – an Bedeutung gewonnen. Eine Niederlage für die Jungpartei auf nationaler Ebene war das neue Nachrichtendienstgesetz. Auf kantonaler Ebene verbuchte sie jüngst einen grossen Erfolg mit dem Referendum gegen das Verhüllungsverbot.


Junge SVP - die erfolgreichen Provokateure

Mitglieder:450
Frauenanteil: 38 Prozent
Gründung: 2000
Durchschnittsalter: 21

Die Forderung war radikal – und scheiterte. Um bis zu zehn Prozent wollten die St.Galler JSVP und die Jungfreisinnigen den Steuerfuss senken. Mit provokanten Forderungen wie dieser hat die JSVP Erfolg. Sie ist die St.Galler Jungpartei mit den meisten Mitgliedern, hier macht man schnell Karriere – Nationalrat Lukas Reimann lässt grüssen. Neun Sitze hat die JSVP aktuell im St.Galler Parlament, mit Ivan Louis stellt sie den Kantonsratspräsidenten. Die JSVP sagt Ja zu «No Billag» und Nein zur Theatersanierung – sie macht Werbung für «e rechts Fescht Vol. II» und gegen «staatlich diktiertes Freizeitprogramm». Das dürfte sich vor allem im Rheintal abspielen – dort kommen die meisten Mitglieder her, nicht wie bei den anderen Jungparteien aus der Stadt St.Gallen oder Umgebung.

Junge Grüne - die unermüdlichen Sammler

Mitglieder:knapp 200
Frauenanteil:ungefähr 50 Prozent
Gründung: 2003
Durchschnittsalter: 22

Sie haben Kälte und Feiertagen getrotzt – und ihr Ziel erreicht. 4000 Unterschriften haben sie benötigt, 4221 gesammelt. Die Jungen Grünen gehen mit den Jungsozialisten und den Jungen Grünliberalen gegen das Verhüllungsverbot im Kanton vor. Das Referendum kommt zustande. Ein riesen Erfolg für die Jungparteien. Im vergangenen Jahr hat das St. Galler Stadtparlament die Initiative der Jungen Grünen «Für den Schutz des Grünen Rings» angenommen. Die Jungpartei spielte 2017 in der Stadt eine bedeutende Rolle: Mit Franziska Ryser als Parlamentspräsidentin war eine Junge Grüne «höchste Stadtsanktgallerin». Apropos Frauen: Mit einem relativ ausgeglichenen Geschlechterverhältnis haben die Jungen Grünen den höchsten Frauenanteil unter den St.Galler Jungparteien – es sei denn bei den Juso wäre er noch höher, dort ist er nicht bekannt.


Junge CVP - die stabilen Ausgewogenen

Mitglieder:105
Frauenanteil: rund 30 Prozent
Gründung:in der heutigen Form 1970
Durchschnittsalter: 26

Seit 2016 sitzt kein Junger CVPler mehr im St.Galler Kantonsrat. Mit einem Anliegen ist die Jungpartei kürzlich dennoch in den Rat gelangt, sie hatte damit bei der Mutterpartei Gehör gefunden: Die CVP fordert in einer Motion die Sicherstellung von Klassenlagern. Deren Finanzierung sieht die JCVP nach einem Bundesgerichtsurteil von Ende 2017 bedroht. Mit der Motion hat die Jungpartei von sich reden gemacht, ansonsten ist es ruhig in der politischen Mitte der Jungparteienlandschaft. Dort wird weniger polarisiert als anderswo, die JCVP weicht kaum von der Mutterpartei ab. Dazu passen auch die Mitgliederzahlen: Während diese bei den anderen Jungparteien in den vergangenen Jahren stetig gestiegen sind, spricht die Junge CVP von «stabilen Zahlen.»

Junge Grünliberale - die prinzipientreuen Neuen

Mitglieder: rund 70
Frauenanteil: rund ein Drittel
Gründung: 2017
Durchschnittsalter:25

Sie sind die jüngsten der Jungen: Die Jungen Grünliberalen St. Gallen gab es zwar seit 2011 als Arbeitsgruppe der Mutterpartei. Die offizielle Parteigründung erfolgte allerdings erst im Herbst 2017. Digitalisierung, Klimawandel, Urbanisierung – diese Themen hat sich die Jungpartei auf die Fahne geschrieben. Zwei Erfolge verzeichnet sie: Zum einen das Referendum gegen das Verhüllungsverbot, für das die JGLP gemeinsam mit den Jungen Grünen und den Juso St.Gallen Unterschriften gesammelt hat. Zum anderen der Vorstoss zur Elektromobilität, deren Potenzial die Regierung nun in einem Bericht darlegen muss. Damit zeigen sich die Jungen Grünliberalen konsequent in ihren Anliegen, inszenieren sich bisher aber eher zurückhaltend. Bis 2020 haben sie ja noch etwas Zeit – ihr Ziel für die nächste Wahl ist ein eigener Sitz im Kantonsrat.

Jungfreisinnige - die lauten Leistungsbringer

Mitglieder:175
Frauenanteil: knapp 20 Prozent
Gründung:1915
Durchschnittsalter: 23

Sie bezeichnen sich als «die liberalste Partei im Kanton» und überschreiten gern die Grenze zwischen liberal und libertär. Bei den anstehenden Abstimmungen positionieren sich die Jungfreisinnigen anders als ihre Mutterpartei: Sie sagen Ja zu «No Billag» und Nein zur Sanierung des Theaters. Kultursubventionen wollen sie massiv kürzen, überhaupt viel weniger Staat. Die Steuern sollen runter, um bis zu zehn Prozent. Arbeit soll sich lohnen, lautet eine der Devisen dieser Jungpartei mit dem geringsten Frauenanteil im Kanton. Die Jungpolitiker sind auf Podien und medial derzeit präsent. Der im November gewählte Vorstand ist hochmotiviert und hat ein klares Ziel für die Wahlen 2020: eine Vertretung im Kantonsrat. Zwei Themen der Jungpartei für die Zeit nach dem 4. März: das Referendum gegen das Geldspielgesetz und die Legalisierung von Cannabis.

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