JUNGGESELLIN: Traumjob statt Traummann

Ex-Bachelorette Zaklina Djuricic arbeitet im Schiesszentrum in Weinfelden. Beruflich ist sie angekommen, privat nicht. Sie sucht aber keinen Mann, sondern kämpft gegen Dämonen aus ihrer Vergangenheit.

Sabrina Bächi
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Ex-Bachelorette Zaklina Djuricic arbeitet im Schiesszentrum in Weinfelden. (Bild: Reto Martin)

Ex-Bachelorette Zaklina Djuricic arbeitet im Schiesszentrum in Weinfelden. (Bild: Reto Martin)

Sabrina Bächi

sabrina.baechi@thurgauerzeitung.ch

«Es war schwierig, einen Job zu finden, die Sendung gilt als unseriös», sagt Zaklina Djuricic. Sie ist durch die 3+-Sendung «die Bachelorette» schweizweit bekannt geworden. Ihre grosse Liebe hat sie in der Kuppelshow nicht gefunden. Auch keine neue Heimat in Sirnach. Die Arbeitssuche war mit der einschlägigen Bekanntheit auch schwierig. Jetzt hat sie einen beruflichen Volltreffer im Thurgau gelandet: Sie arbeitet im Schiesszentrum in Weinfelden.

Sie lacht, strahlt, erzählt – wirkt glücklich. «Ich habe mich an einem Arbeitsort noch nie so wohl gefühlt», sagt Zaklina Djuricic. Die Arbeitskollegen seien toll, schwärmt sie. Die Arbeit gefällt. «Es ist sehr abwechslungsreich. Ich habe Kundenkontakt, erledige aber auch administrative Arbeiten.» An den Dialekt habe sie sich gewöhnt, sagt sie und lächelt verschmitzt. Den Schiesssport findet sie reizvoll und könnte ihn sich auch als neues Hobby vorstellen.

Leandro ist der einzige Mann in ihrem Leben

Dass sie in Weinfelden gelandet ist, hat sie Christof Küng, dem Besitzer von Urban Summits, zu verdanken. Er besitzt auch noch ein Geschäft in Zug. Dort will sie im Frühling hin. Wegen ihres Sohnes. Der wohnt beim Vater im Kanton Aargau. Sie in Winterthur. Spricht sie von ihrem Sohn, leuchten die Augen. Bald soll er wieder bei ihr wohnen. Daher der voraussichtliche Wechsel nach Zug. Bisher ist und bleibt ihr Sohn Leandro der einzige Mann in ihrem Leben. «Für eine Beziehung habe ich gar keine Zeit», sagt sie. Ihr Liebesleben: total unspektakulär.

Trotz ihrer neuen Freundschaft zu Anthony, dem männlichen Gewinner der vergangenen Bachelorette-Staffel. Als sie ihn das erste Mal sah, dachte sie «so ein Holzkopf». Jetzt sieht es anders aus. Seit einem Monat stehen sie täglich in Kontakt. «Das hätte ich nicht gedacht, aber wir haben wirklich sehr viel gemeinsam.» Er lache und rede viel, sei aber auch grosszügig und hilfsbereit, sagt die Ex-Bachelorette. Geküsst haben sich die beiden auch schon. Anthony kann sich gar eine Affäre mit ihr vorstellen, teilte er den Medien mit. «Das hat er nur gesagt, weil er provozieren will», winkt sie ab. Ob sie denn keine Affäre mit ihm wolle? Lachen. Das, sagt sie, könne sie so nicht beantworten. «Wir hatten schon so oft die Gelegenheit dazu, und es passierte nie etwas. Ich denke, wir sind einfach nur gute Freunde.» Verzweifelt auf der Suche nach einem Mann ist die 30-Jährige also nicht. Obwohl: «Ich hätte schon noch gerne eine Tochter, oder zwei.»

Ein Teil ihres Lebens steht in der Öffentlichkeit. «Eigentlich merkwürdig», findet sie. Vor zehn Jahren hätte sie sich das nie vorstellen können. Zu gross war die Angst – eine Begleiterin, die sie über zehn Jahre nicht los wurde. «Eigentlich wollte ich immer Schauspielerin werden.» Doch Panikattacken hinderten sie daran, vor Menschen aufzutreten. Zittern, Herzrasen. «Ich dachte, ich muss sterben.» So beschreibt Djuricic ihre Panikattacken. Lange stand sie diesem drohenden Gefühl des Versagens machtlos gegenüber. «Meine Mutter konnte meine Panik nicht verstehen, aber sie hat mir immer gesagt: ‹Du musst kämpfen›». Das hat Djuricic getan und sie meldete sich für einen Schauspielkurs an. «Da merkte ich, dass ich die Angst überwinden kann.»

Die Maus im Rahmkrug

Die Fernsehsendung war für Zaklina Djuricic deshalb mehr als einfach nur ein Sprungbrett in die Welt der Schweizer Promis. «Ich wollte einen Schlussstrich unter meine vorherige Beziehung ziehen», sagt sie. Ein Abenteuer, etwas, das sie sich früher nie getraut hätte. «Eigentlich hat mich aber die Angst mehr zu dieser Sendung getrieben als alles andere.» Sie wollte die Panik überwinden. Nicht nur vor zehn, zwanzig Leuten auftreten, sondern vor der ganzen Schweiz.

«Ich war unglaublich nervös und scheu», sagt sie rückblickend über ihr Auftreten als Bachelorette. In der Sendung kam nur eine Seite ihrer Persönlichkeit zum Vorschein: die schüchterne und romantische. Sie ist aber mehr als nur das zahnpastaweisse Lächeln auf dem flachen Fernsehbildschirm. Sie ist fröhlich, eine liebende Mutter, abenteuerlustig, mitfühlend. Wie die kleine Maus, die in einen Rahmkrug fiel und so lange strampelte, bis aus dem Rahm Butter wurde, genau so hat sich Zaklina Djuricic über ihre Angst hinausgekämpft. «Ich habe mir schon überlegt, zukünftig Menschen zu helfen, die auch Panikattacken haben.» Ihr hat es geholfen, den Rat ihrer Mutter umzusetzen. Zu kämpfen, nicht aufzugeben. Den Rahm in Butter zu schlagen. Denn: «Man muss sich nicht nur aussen, sondern vor allem innen schön fühlen.»