Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Junge Grünliberale fordern Aufklärung zu bedenklicher Substanz im St.Galler Trinkwasser

In der Ostschweiz sind überhöhte Werte des Pestizids Chlorothalonil im Grundwasser festgestellt worden. Die Jungen Grünliberalen St. Gallen wollen in einem offenen Brief an den Kanton wissen, welche Massnahmen getroffen werden.
Adrian Lemmenmeier
Rückstände gewisser Pestizide können ins Grundwasser gelangen. (Symbolbild: Arno Balzarini/Keystone)

Rückstände gewisser Pestizide können ins Grundwasser gelangen. (Symbolbild: Arno Balzarini/Keystone)

Das Baudepartement des Kantons St. Gallen hat heute einen offenen Brief erhalten. Darin wollen die Jungen Grünliberalen St. Gallen vom Amt für Wasser und Energie (AWE) wissen, wie der Kanton die Bevölkerung vor dem potenziell schädlichen Pflanzenschutzmittel Chlorothalonil schützen wolle. Das interkantonale Labor in Schaffhausen hat in der Ostschweiz Trink- und Grundwasser auf Rückstände von Chlorothalonil untersucht. In über zehn Prozent der Proben ist der Höchstwert überschritten worden, wie SRF berichtete.

Die EU hat Chlorothalonil im Frühjahr verboten, weil schädliche Auswirkungen der Spurenstoffe im Grundwasser auf die menschliche Gesundheit nicht ausgeschlossen werden können. Der Bund will den Stoff im Herbst vom Markt nehmen.

Was ist Chlorothalonil?

Gemäss dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) ist Chlorothalonil ein Wirkstoff, der in Pflanzenschutzmitteln seit den 1970er Jahren gegen Pilzbefall zugelassen ist. Er wird im Getreide-, Gemüse-, Wein- und Zierpflanzenbau eingesetzt. Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln können Abbauprodukte entstehen. Diese können ins Grundwasser und somit ins Trinkwasser gelangen. Die europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) hat in ihrer neusten Risikobewertung festgehalten, dass für Abbauprodukte von Chlorothalonil Hinweise für eine Gesundheitsgefährdung bestehen. Das BLV kam zur gleichen Schlussfolgerung. Pro Jahr werden in der Schweiz gut 30 Tonnen dieses Pestizids versprüht.

Das Amt antwortet nach den Ferien

Das St. Galler Amt für Wasser und Energie will den Brief der Jungen Grünliberalen nach den Sommerferien beantworten, heisst es beim Kanton auf Anfrage. «Um darauf seriös antworten zu können, ist nebst formellen Klärungen auch eine Auslegeordnung der St.Galler Messwerte vorgesehen.» Ausserdem müssten mehrere Ämter einbezogen werden.

Diese Woche hat das Amt für Wasser und Energie die Resultate einer Studie zu Schadstoffen in kleinen Fliessgewässern vorgelegt. Fazit: Kleine Bäche im Kanton sind teils massiv mit Pestiziden, Medikamentenrückständen und Industriechemikalien belastet. Das gilt auch für andere, vergleichbar genutzte Bäche im schweizerischen Mittelland.

Auf Chlorothalonil wurde das Wasser in dieser Untersuchung allerdings nicht geprüft. Der Stoff sei so unstabil im Wasser, dass er schwer nachzuweisen sei, heisst es in der Studie. Um Bachverschmutzung vorzubeugen, setzt das AWE auf Sensibilisierung möglicher Verursacher – insbesondere der Landwirte. Die Jungen Grünliberalen bezeichnen dieses Vorgehen in ihrem offenen Brief als unzureichend.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.