«Juden-Scherz»: Sieben Luzerner Fans angezeigt

ST. GALLEN. Die Aktion von Fans des FC Luzern vor dem SuperLeague-Spiel gegen den FC St. Gallen vom 15. Februar löste hitzige Diskussionen aus: Rund 300 Luzern-Fans trieben auf dem Weg vom Bahnhof Winkeln zum Fussballstadion einen als Juden verkleideten Mann mit einem Schal des FC St.

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ST. GALLEN. Die Aktion von Fans des FC Luzern vor dem SuperLeague-Spiel gegen den FC St. Gallen vom 15. Februar löste hitzige Diskussionen aus: Rund 300 Luzern-Fans trieben auf dem Weg vom Bahnhof Winkeln zum Fussballstadion einen als Juden verkleideten Mann mit einem Schal des FC St. Gallen vor sich her. Dabei wurde die Parole «Und sie werden fallen, die Juden aus St. Gallen» gerufen. Das hat nun Konsequenzen: Sieben Personen werden angezeigt.

Drei Personen identifiziert

Die Stadtpolizei St. Gallen führte Ermittlungen in Bezug auf den Tatbestand der Rassendiskriminierung durch. «Die Auswertungen des Videomaterials waren aufwendig», sagt Dionys Widmer, Sprecher der Stadtpolizei. Wie die Polizei jetzt mitteilt, wurden drei Personen in Zusammenarbeit mit der Luzerner Polizei identifiziert und in Luzern befragt. Einer der Beschuldigten ist der verkleidete Mann, welcher zugab, an der Aktion beteiligt gewesen zu sein.

Vier weitere Personen, welche am Fanzug zum Stadion ebenfalls mitgewirkt haben und ebenfalls gesetzeswidrige Parolen riefen, konnten gemäss Polizeimeldung nicht identifiziert werden. «Sie bleiben weiterhin im Fahndungsregister», sagt Widmer. Diese sowie die identifizierten Personen werden nun bei der Staatsanwaltschaft St. Gallen angezeigt. Die drei bekannten Männer sind 24, 27 und 30 Jahre alt.

«Keine antisemitische Absicht»

Gemäss Aussagen der beschuldigten Personen war die Aktion an die Fans des FC St. Gallen gerichtet und hatte keine antisemitische Absicht. Die Ermittlungen der Polizei sind abgeschlossen und die Akten werden in den nächsten Tagen an die Staatsanwaltschaft St. Gallen weitergeleitet. Diese wird überprüfen, ob ein strafbares Handeln vorliegt. (chs)