Jetzt wird es kalt: Weisses Wochenende in der Stadt St.Gallen – die Bodenseeregion geht leer aus

Am Wochenende zieht eine Kaltfront über die Ostschweiz. Am Samstag fällt der Schnee bis in die Stadt St.Gallen. Schneesportfreunde allerdings müssen wohl nach wie vor in höher gelegene Gebiete ausweichen.

Rossella Blattmann
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Am Samstag fällt der Schnee bis in die Stadt St.Gallen – mit Schneemengen wie vor einem Jahr ist jedoch vorerst nicht zu rechnen.

Am Samstag fällt der Schnee bis in die Stadt St.Gallen – mit Schneemengen wie vor einem Jahr ist jedoch vorerst nicht zu rechnen.

Bild: Adriana Ortiz Cardozo

Turnschuhe und Jeansjacke statt Wollmantel und Moonboots: Der Januar zeigte sich in der Ostschweiz bisher frühlingshaft mild anstatt winterlich kalt. Vor einem Jahr schneite es ununterbrochen; in St.Gallen kam der Verkehr ins Stocken, die Schneeräumung war am Anschlag.

Mit dem warmen Januar ist nun jedoch Schluss. Aus Westen zieht eine Kaltfront über die Ostschweiz:

Ein weisses Wochenende in der Gallusstadt?

Patrick Stierli, Meteorologe bei Meteo Schweiz.

Patrick Stierli, Meteorologe bei Meteo Schweiz.

Bild: pd

Patrick Stierli, Meteorologe bei Meteo Schweiz, sagt:

«Bis am Samstagmorgen sinkt die Schneefallgrenze bis auf 500 Meter. Auch die Stadtsanktgaller dürfen sich über Schnee freuen.»

Es werde allerdings wohl weniger stark schneien, als viele Ostschweizer es sich wünschten, sagt Stierli. In der Stadt St.Gallen selber würde es ihn überraschen, wenn es am Samstag viel mehr als etwas angezuckert sei. Doch der Meteorologe ergänzt:

«Bei einem kräftigen Schneeschauer ist es sicherlich nicht ausgeschlossen, dass es auch richtig weiss werden könnte.»

Bis zu 20 Zentimeter Neuschnee

«Rund um den Alpstein beziehungsweise den Säntis fällt in der Ostschweiz bis am Samstagmittag mit bis zu 15 Zentimetern am meisten Schnee», sagt Stierli. Vielleicht sogar noch mehr, denn:

«Lokal kann es in der Ostschweiz auch 20 Zentimeter Schnee geben.»

In der Bodenseeregion werde es aber wohl kaum schneien.

Kalter Sonntag

Am Sonntag ist es aufgrund eines Hochdruckgebiets mit dem weissen Zauber in der Ostschweiz bereits wieder vorbei. «Es wird kälter und trocken», sagt Stierli. «In der Stadt St.Gallen bewegen sich die Temperaturen am Samstag zwischen 1 und 2 Grad. Am Sonntag wird es noch kälter, die Temperaturen bleiben auch tagsüber um dem Gefrierpunkt.»

Meterhohe Schneeberge wie vor einem Jahr wird es in der Ostschweiz in absehbarer Zeit nicht geben. Wegen des hochdruckbestimmten Wetters seien bis Ende Januar – vielleicht bis in den Februar hinein – keine grösseren Schneemengen in Sicht, sagt Stierli.

Startet die Skisaison nun auch in den tieferen Lagen?

Schneesportbegeisterte Ostschweizerinnen und Ostschweizer müssen deshalb vorerst auf Gebiete in höheren Lagen ausweichen. In den tieferen Lagen bleiben die Ostschweizer Skilifte laut Stierli dieses Wochenende wohl nach wie vor zu.

Am Skilift Beckenhalde in St.Gallen-St.Georgen würden 15 Zentimeter Neuschnee und ein gefrorener Boden reichen, um den Betrieb zu starten. «Wenn es am Wochenende genug Schnee hat, planen wir zu öffnen», heisst es auf Anfrage.

Langlaufbegeisterte müssen sich noch gedulden

In den kleineren Skigebieten und Langlaufloipen in mittleren Höhenlagen war vielerorts bis am Dreikönigstag kein einziger Betriebstag zu verzeichnen. Die Langlaufloipe Bissau in Heiden liegt auf 800 Metern über Meer. Francisco Garmendia vom Loipenclub Heiden-Bodensee sagt:

«Wenn es am Wochenende bis zu uns hinunter schneit, werden wir den Betrieb auf unserer Langlaufloipe starten.»

Dafür brauche es bei einem warmen Boden bis zu 20 Zentimeter Neuschnee, bei kaltem Boden reichten 15 Zentimeter. Er rechne aber eher mit Regen statt Schnee. «Der Wetterbericht stimmt bei uns sowieso nie», fügt Garmendia hinzu.

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Heini Schwendener, Tim Naef