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«Jetzt muss die Wirtschaft mitziehen»: So will Regierungsrat Damann den Innovationspark nach St.Gallen holen

Der Kanton St.Gallen will im Sommer seinen Entwurf für einen Standort im nationalen Innovationspark zur Vorprüfung einreichen. Regierungsrat Bruno Damann erwartet ein klares Bekenntnis der Wirtschaft. Die übrige Ostschweiz begrüsst die Pläne.
Adrian Vögele
Die Empa spielt im St.Galler Bewerbungsdossier eine zentrale Rolle. (Bild: Ralph Ribi)

Die Empa spielt im St.Galler Bewerbungsdossier eine zentrale Rolle. (Bild: Ralph Ribi)

Es ist offiziell: Der Kanton St.Gallen will sich ein weiteres Mal um einen Standort im nationalen Innovationspark bewerben – mit der Empa St. Gallen und dem Thema Gesundheitstechnologie als zentralen Elementen. Regierungsrat Bruno Damann bestätigt entsprechende Recherchen unserer Zeitung. Am Dienstag informierte er die Regierung über den Stand der Dinge. «Das Echo war positiv. Jetzt werden wir das Vorhaben zügig vorantreiben.» Das Ziel sei, im Sommer einen Bewerbungsentwurf zur Vorprüfung einzureichen (siehe Kasten). «Wir sind auf gutem Weg», sagt Damann.

Das sind die nächsten Schritte

Um Anschluss an den nationalen Innovationspark zu finden, geht der Kanton folgendermassen vor:

– Volkswirtschaftsdirektor Bruno Damann wird in den nächsten Wochen die Fraktionen des Kantonsrats und den St.Galler Stadtrat über den Stand der Arbeiten informieren. Mit der Wirtschaft finden weitere Gespräche statt, auch die anderen Ostschweizer Kantone sollen im Detail informiert werden.

– Im Sommer startet der Kanton die erste Stufe des Bewerbungsverfahrens: Er wird bei der Dachorganisation des nationalen Innovationsparks den Entwurf für den St.Galler Netzwerkstandort zur Vorprüfung einreichen. Die Prüfung wird laut Damann drei bis sechs Monate dauern.

– Der Kanton wird das Resultat der Vorprüfung und die allenfalls verlangten Korrekturen analysieren und dann entscheiden, ob er die endgültige Bewerbung einreicht. Die definitive Eingabe soll 2020 erfolgen. Das letzte Wort beim Entscheid über Standorte des Innovationsparks hat der Bundesrat. Dass die Ostschweiz mit ins Netzwerk gehört, ist laut Damann in Bern grundsätzlich unbestritten. (av)

Bruno Damann, St.Galler Volkswirtschaftsschef. (Bild: Urs Bucher)

Bruno Damann, St.Galler Volkswirtschaftsschef. (Bild: Urs Bucher)

Die Kritik, der Kanton habe den dritten Anlauf für den Innovationspark nicht forciert und sei nun spät dran, weist der Volkswirtschaftschef zurück. Die Vorabklärungen seien aufwendig gewesen. «Wer einen Standort im Innovationspark will, muss im ausgewählten Thema einerseits exzellente Forschung und andererseits einen starken Wirtschaftszweig vorweisen können.» Im Jahr 2015 scheiterte die zweite Bewerbung des Kantons St.Gallen, der Fokus auf «intelligente Produktionssysteme» und die Beteiligung der Wirtschaft wurden von den Experten als mangelhaft bewertet. Danach gab der Kanton eine Studie in Auftrag, um weitere Optionen auszuloten. «Die Resultate lagen Anfang des vergangenen Jahres vor», so Damann. «Auf dieser Basis fällten wir den Entscheid, es nochmals zu versuchen.»

«Der dritte Anlauf muss gelingen»

Die Gesundheitstechnologie ist ein breites Feld– «da geht es unter anderem um Informatik, Sensorik, Photonik, intelligente Textilien», sagt Damann. Diverse Ostschweizer Firmen seien in diesem Gebiet tätig, das Potenzial sei gross. Die St. Galler Pläne sind auf das Wirken der anderen Standorte des nationalen Innovationsparks abgestimmt. So scheint zwar der Park Basel auf den ersten Blick in einem ähnlichen Teich zu fischen – «aber dort stehen Medikamente im Zentrum, das ist etwas komplett anderes», sagt Damann.

Die Ostschweizer Industrie habe positiv auf den Anlauf mit der Gesundheitstechnologie reagiert, sagt Damann. Nun gelte es, die Zusammenarbeit zu verstärken. «Jetzt muss die Wirtschaft mitziehen und ein klares Bekenntnis abgeben.» Schliesslich sei der gesamte Innovationspark in erster Linie ein Projekt zugunsten der Unternehmen. Der Kanton will private Investoren mit ins Boot holen. Zugleich sei auch der Staat in der Pflicht, sagt Damann. «Wir alle – Politik, Wirtschaft und Region – müssen am selben Strick ziehen. Der dritte Anlauf für den Innovationspark muss gelingen.»

Andere Kantone bisher nicht beteiligt

Die anderen Ostschweizer Kantone sind nicht am Bewerbungsdossier beteiligt. «Ich habe die Volkswirtschaftsdirektoren über unsere Absichten informiert», sagt Damann. Eine formelle Kooperation, die auch politische Entscheide in jedem Kanton bedinge, sei nicht vorgesehen. «Auch deshalb nicht, weil wir die Bewerbung jetzt zügig vorantreiben wollen.» Er hoffe derzeit vor allem auf «moralischen Support» aus den anderen Kantonen, sagt Damann. Möglichkeiten zur Unterstützung und zur Mitarbeit werde es aber bestimmt geben.

«Zusammenspannen statt jammern»

Die ersten Reaktionen aus der übrigen Ostschweiz fallen wohlwollend aus: «Wir unterstützen dieses Vorhaben und drücken die Daumen, dass es diesmal klappt», sagt Daniel Wessner, Leiter des Thurgauer Amts für Wirtschaft und Arbeit. Ein St.Galler Standort im nationalen Netzwerk sei im Interesse der ganzen Ostschweiz, darum sei es wichtig, dass die gesamte Region sich hinter die Bewerbung stelle. «Anstatt zu jammern, wir würden in Bern nicht wahrgenommen, sollten wir mehr zusammenspannen.» St.Gallen und der Thurgau seien in letzter Zeit näher zusammengerückt, sagt Wessner. «Das sieht man beispielsweise an der gemeinsamen Trägerschaft Fachhochschule Ostschweiz.» Auch die beiden Industrie- und Handelskammern hätten ihre Kooperation intensiviert. Pläne für eine eigene Bewerbung für den nationalen Innovationspark hat der Kanton derzeit nicht. Ein Anlauf für einen Thurgauer Standort im Bereich Ernährungswirtschaft war 2014 gescheitert.

Auch der Innerrhoder Volkswirtschaftschef Roland Dähler sagt: «Wir unterstützen die Initiative des Kantons St. Gallen, nochmals eine Bewerbung abzugeben. Für die gesamte Ostschweiz wäre der nationale Innovationspark sehr wichtig.»

Der Kanton Appenzell Ausserrhoden ist daran interessiert, sich an einer dritten Bewerbung zu beteiligen respektive das Vorhaben zu unterstützen, wie Regierungsrat Dölf Biasotto sagt. Ein Innovationspark am Standort St.Gallen habe grosses Potenzial für die gesamte Ostschweiz und damit auch für Appenzell Ausserrhoden.

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