Jetzt ist klar: Fachhochschule Ostschweiz wird von Rapperswil aus gesteuert

Die Organisation der neuen Fachhochschule Ostschweiz schreitet voran. Die Leitung des Departements Technik kommt nach Buchs, die Leitung der Informatik nach Rapperswil. Ebenso das Rektorat.

Katharina Brenner
Drucken
Teilen
Das Rektorat der Fachhochschule Ostschweiz wird an der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR) angesiedelt. (Bild: Benjamin Manser)

Das Rektorat der Fachhochschule Ostschweiz wird an der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR) angesiedelt. (Bild: Benjamin Manser)

Der künftige Rektor oder die künftige Rektorin der Fachhochschule Ostschweiz (FHO) wird in Rapperswil sitzen. Das teilte die St.Galler Staatskanzlei am Freitag mit. Der Stadtpräsident von Rapperswil-Jona Martin Stöckling reagierte geradezu überschwänglich: «Wir haben den Entscheid mit Spannung verfolgt und sind jetzt sehr glücklich und stolz.» Das Rektorat der FHO in Rapperswil-Jona anzusiedeln, sei ein Bekenntnis: zur Stadt, zum Bildungsstandort und zur Hochschule für Technik Rapperswil (HSR).

In der Mitteilung der Staatskanzlei heisst es, die designierte Trägerkonferenz habe einen «weiteren wegweisenden Entscheid für die neue Fachhochschule Ostschweiz» gefällt. Die beiden anderen Standorte sind St.Gallen und Buchs. Der Trägerkonferenz gehören Regierungsvertreter der Kantone St.Gallen, Thurgau, Glarus, Schwyz, beider Appenzell sowie des Fürstentums Liechtenstein an. Margit Mönnecke sagt: 

«Als Rektorin der HSR freut es mich, dass die designierte Trägerkonferenz den Sitz des Rektorats in Rapperswil sieht.»
Margit Mönnecke, Rektorin der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR), freut sich über den Entscheid. (Bild: Benjamin Manser)

Margit Mönnecke, Rektorin der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR), freut sich über den Entscheid. (Bild: Benjamin Manser)

Sie relativiert aber: Insgesamt spiele der Standort des Rektorats für die neue Fachhochschule Ostschweiz «keine relevante Rolle, da die neuen Führungsfunktionen standortübergreifend wahrgenommen werden». Sieht das der Rektor der Fachhochschule St.Gallen (FHSG) genauso? Sebastian Wörwag nehme keine Stellung zum Entscheid, hiess es am Freitag bei der FHSG-Medienstelle. Der Rektor der Interstaatlichen Hochschule für Technik Buchs (NTB) Lothar Ritter war nicht erreichbar.

In Rapperswil wird nicht nur das Rektorat der FHO angesiedelt, sondern auch die Leitung des Departements Informatik – jener Standort, «an dem bereits erfolgreich darin geforscht und gelehrt wird». Ein Departement rein für Informatik ist eine Neuerung. Die Trägerkonferenz hatte sich im September 2018 für ein Departement Informatik und Elektrotechnik ausgesprochen. Aus dem Communiqué geht hervor, dass der Hochschulrat der HSR einen Wiedererwägungsantrag zur Departementsaufteilung im Fachbereich Technik stellte. Damit bestätigen sich Gerüchte, die vor Weihnachten aufkamen.

Abteilungen innerhalb der Departemente

Auf den Wiedererwägungsantrag hin habe der Vorsitzende der designierten Trägerkonferenz, der St.Galler Regierungspräsident Stefan Kölliker, die Hochschulräte und Hochschulleitungen «zu einem partizipativen Prozess eingeladen». Die Lösung mit Zuordnung der Elektrotechnik zum Departement Technik sei «von allen drei Hochschulen» bevorzugt worden. Die Leitung des Departements Technik wird in Buchs sitzen.

«Den Anliegen der heutigen Standorte, namentlich von Rapperswil», werde auch dahingehend Rechnung getragen, dass innerhalb des Departements Technik eine Abteilungsstruktur beschlossen wurde, heisst es im Communiqué der Staatskanzlei weiter. Der Lead dieser Abteilungen sei entsprechend der heutigen Kompetenzen festgelegt worden: Rapperswil für Maschinentechnik, Elektrotechnik sowie Erneuerbare Energien und Umwelttechnik, Buchs für Systemtechnik, St.Gallen für Wirtschaftsingenieurwesen.

Unverändert bleibt die Einteilung der FHO in sechs Departemente. Neben Informatik und Technik sind dies Architektur, Bau- und Planungswesen, Wirtschaft, Soziale Arbeit und Gesundheit. Wer Rektorin oder Rektor wird, steht noch nicht fest. Die Wahl ist für Ende April 2019 vorgesehen. Derzeit läuft das Rekrutierungsverfahren.

Lesen Sie auch: 

Um die Organisation der neuen FHO brodeln Gerüchte

Die Organisation der neuen Fachhochschule Ostschweiz steht. Nun geht es ums Eingemachte. Das führt
an einzelnen Schulstandorten zu Unzufriedenheit und Unsicherheit – und zu ersten Vorstössen im Parlament.
Regula Weik