Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Roger und Mirka Federer ziehen mit ihren Kindern nach Rapperswil – Regierungsrat Würth: «Privatsphäre der Familie wird respektiert»

Während Roger Federer noch seiner verpassten Chance in Wimbledon nachtrauert, freut sich Rapperswil-Jona offiziell auf den prominenten Neuzuzüger – zuvorderst «Stapi» Martin Stöckling und mit ihm Regierungsrat Benedikt Würth. Derweil sagt Anwalt Walter Locher, er habe noch selten eine derart bescheidene Person getroffen wie Roger Federer.
Ramona Nock, Linth Zeitung/Regula Weik/Michael Genova
Bald werden Roger Federer und seine Frau Mirka an der Promenade des Zürichsees entlang flanieren. (Bild: Keystone)

Bald werden Roger Federer und seine Frau Mirka an der Promenade des Zürichsees entlang flanieren. (Bild: Keystone)

Er würde wohl am liebsten gleich die Champagnerkorken knallen lassen: Die Freude in der Stimme von Martin Stöckling ist unüberhörbar. Der Stadtpräsident von Rapperswil-Jona darf nun endlich das bestätigen, was in den letzten Wochen und Monaten so viele von ihm wissen wollten: «Ja, es ist wahr – Roger Federer zieht nach Rapperswil-Jona. Freude herrscht!»

Das Geheimnis so lange für sich zu behalten, sei nicht immer einfach gewesen, sagt Stöckling schmunzelnd. Sicher hundert mal sei er von verschiedenster Seite gefragt worden, ob das denn nun stimme mit Tennisstar Federer. «Ich musste jedoch Stillschweigen bewahren», sagt er. Nun aber breite sich die Info im ganzen Stadthaus aus.

Was die «Linth-Zeitung» schon im März ankündigte und was national für Wirbel sorgte, ist seit gestern von offizieller Seite bestätigt. Wie aus den Handänderungen der Stadt hervorgeht, gehört das rund 18'000 Quadratmeter grosse Grundstück mit direktem Seeanstoss in der Kempratner Bucht nun dem Tennis-Ass. Experten schätzen den Wert auf 40 bis 50 Millionen. Nach Monaten der Geheimniskrämerei ist das Bauprojekt nun bewilligt, der Deal mit den bisherigen Landbesitzern, einer Erbengemeinschaft, unter Dach und Fach.

Martin Stöckling, Stadtpräsident Rapperswil-Jona.

Martin Stöckling, Stadtpräsident Rapperswil-Jona.

Ein Kompliment für die Stadt

Er selber sei zwar kein speziell grosser Tennisfan, jedoch könne sich wohl kaum einer der Faszination Roger Federer entziehen, sagt Stöckling. Beim epischen Wimbledon-Final vom vergangenen Sonntag habe darum auch er entsprechend mit Federer mitgefiebert, mitgebibbert, mitgelitten.

Dass der Tennisprofi sich Rapperswil-Jona als Wohnort ausgesucht habe, sei schmeichelhaft – und eine Bestätigung für die Stadt, findet Stöckling: «Wir freuen uns grundsätzlich über jeden Zuzüger. Dass nun aber mit Roger Federer ein Weltstar beschlossen hat, die Seeseite zu wechseln, zeugt von der hohen Lebensqualität hier in Rapperswil-Jona.»

Regierungsrat Benedikt Würth. (Bild: Keystone)

Regierungsrat Benedikt Würth. (Bild: Keystone)

Das sagt Benedikt Würth

Der St.Galler Regierungsrat Benedikt Würth ist ebenfalls hoch erfreut über den prominenten Neuzuzüger:

«Roger Federer ist weltweit der bekannteste Schweizer. Mit seiner menschlichen Art und seinen überragenden sportlichen Leistungen ist er ein wichtiger Botschafter für unser Land.»

Es habe schon früher mit Federers Umfeld Gespräche gegeben, die sich dann aber nicht zu einem konkreten Projekt entwickelt hätten, sagt der frühere Stadtpräsident von Rapperswil. Dass es nun mit diesem Grundstückskauf geklappt habe, sei sehr positiv. «Ansonsten ändert sich für die Einwohnerinnen und Einwohner von Rapperswil-Jona nichts. Und wie bei anderen prominenten Einwohnern wird es so sein, dass die Privatsphäre der Familie Federer respektiert wird», so Würth.

Auf die Frage, wie sich der Zuzug der Familie Federer steuerlich auf den Kanton auswirken könnte, antwortet Benedikt Würth, das lasse sich noch nicht beantworten. «Im Übrigen gilt das Steuergeheimnis.»

Ein Rohr verlegen für «Fedi»

Bevor Federers Luxus-Anwesen in der Kempratner Bucht gebaut werden kann, müssen erst noch Rohre verlegt werden. Eine Kanalisations- und Meteorwasserleitung verlaufe mittig durch das Grundstück, sagt Bauchef Thomas Furrer. Im August werde mit der Umleitung begonnen. Dies daure rund zwei bis drei Monate. «Danach könnten theoretisch die Bauarbeiten beginnen.» Wann aber genau auf dem Grundstück am See die Bagger auffahren werden, weiss auch Furrer nicht.

Das Grundstück am Zürichsee.

Das Grundstück am Zürichsee.

Bedeckt halten sich auch die zuständigen Architekten: Bei BGS & Partner Architekten in Rapperswil, die das Projekt vor Ort koordinieren, heisst es, man könne dazu keine Angaben machen. Gemäss zuverlässigen Quellen steht hinter der geplanten Luxusvilla ein internationales Architektenteam. Das Team von Saota Architecture in Kapstadt hat diverse luxuriöse Bauten designt, darunter Hotels und Villen in Spanien, Florida und Indonesien. Auf die Frage, bis wann das Anwesen Federer gebaut werde, hiess es gestern, man könne das Projekt nicht kommentieren. Allerdings liessen die Verantwortlichen durchblicken, dass für ein Projekt wie die Federer-Residenz seitens der Architekten bis zu 60 Angestellte involviert seien.

Wie sieht der Tennisplatz aus?

Immerhin so viel ist klar: Federer wird in der Kempratner Bucht definitiv seinen eigenen Tennisplatz haben. Ein solcher sei in den Bauplänen ersichtlich, bestätigt Stöckling. Ob ein Rasen- oder ein Hartplatz gebaut werde, dazu waren laut Bauchef Furrer noch keine Details ersichtlich.

Rasenplätze scheint der Tennis-Superstar zu bevorzugen: 2003 gewann er den ersten Grand-Slam-Titel in Wimbledon auf Rasen, seither hat er kein anderes Turnier häufiger gewonnen. «Auf dem Rasenplatz kann er ja bei seinem Nachbarn Jorge Paulo Leemann trainieren», sagt Furrer schmunzelnd. Auf dem Rasenfeld des drittreichsten Schweizers direkt am Zürichsee hat Federer gemäss informierten Kreisen in der Vergangenheit immer wieder mal trainiert.

Offen bleibt, ob in der Federer-Residenz auch Schulräume geplant sind. Gemäss diversen Medienberichten plant das Tennis-Ass, seine vier Kinder im Heimunterricht zu beschulen. Die älteren Zwillinge werden schon jetzt privat unterrichtet. «Wir wissen nur, dass das Anwesen mehrere Gebäudekomplexe umfasst», sagt Furrer dazu.

Wo die Kinder zur Schule gehen, sei letztlich der Entscheid von Roger Federer, sagt Stadtpräsident Stöckling. «Wir müssen jedem Einwohner die Möglichkeit geben, die öffentliche Schule zu besuchen – unabhängig davon, wie er heisst.» In puncto Heimunterricht dürfte dem Tenniscrack im Kanton St. Gallen aber ein rauer Wind entgegenwehen. Die Hürden sind hoch, kantonsweit wird aktuell kein einziges Kind zuhause beschult, äusserten sich Verantwortliche des Volksschulamtes kürzlich gegenüber dem «Blick».

Walter Locher, Anwalt.

Walter Locher, Anwalt.

Anwalt: «Selten jemand so Bescheidenen getroffen»

Das Anwesen, das Roger Federer am Zürichsee erworben hat, sie eines der letzten freien Grundstück in der Kempratner Bucht. Experten schätzen den Wert des 18'000 Quadratmeter grossen Anwesen mit direktem Seeanstoss auf 40 bis 50 Millionen Franken. Einer, der den Verkaufspreis ganz genau kennt, ist der Stadtsanktgaller Anwalt Walter Locher. Er vertrat die Erbengemeinschaft Otto Rühle, die seit geraumer Zeit nach einen geeigneten Käufer für das begehrte Stück Land an bester Seeuferlage gesucht hatte. Er könne und wolle sich nicht äussern – «weder zum Verkaufspreis noch zur Art und Weise der Verhandlungen», sagt Locher auf Anfrage.

Sind die 40 bis 50 Millionen Franken, die herumgeboten werden, realistisch? Locher sagt nur so viel: «Es wird halt spekuliert.» Und: «Ein Grundstück an dieser Lage hat einen gewissen Wert.» Die Verhandlungen hätten «einige Zeit» gedauert, dabei habe «höchste Diskretion» gegolten - und ja, er habe Roger Federer auch persönlich getroffen. Sein Eindruck des Tennisstars? «Ich habe selten jemanden derart Bescheidenen getroffen.»

Einfluss auf Steuerfuss ungewiss

Was der prominente Zuzüger steuertechnisch für die Stadt Rapperswil bedeute, darüber mag Stadtpräsident Stöckling nicht spekulieren. Nur so viel: Die Steuerpolitik von Rapperswil-Jona richte sich nicht nach den Zu- und Wegzügen von einzelnen Personen, auch wenn sie gut betucht seien. Klar ist: Eine Pauschalbesteuerung ist nicht möglich. Dafür müsste Federer Ausländer sein.

Einen «Promi-Bonus» hat Federer auch in anderer Hinsicht nicht. So muss er sich bei der Stadt regulär innert zwei Wochen nach Einzug in seine Luxusvilla anmelden. «Das Gesetz ist für alle gleich», sagt Werner Berchtold, Leiter des städtischen Einwohneramtes. Ob seine Mitarbeiter den Tennisstar zu Gesicht bekommen, ist aber ungewiss: «Es gibt kein Gesetz für die persönliche Vorsprache», sagt Berchtold. Neuzuzüger könnten sich auch online anmelden. Dieser Service, der sogenannte E-Umzug, werde häufig genutzt.

Für Federer-Fans heisst es nun: warten. Wann der 37-Jährige in der Stadt auftauchen wird, darauf ist auch Stöckling gespannt. Würde der Tennisstar ihn zur Begrüssung zum Pizzaessen einladen, wie der russische Oligarch Michail Chodorkowski es einst mit Stöcklings Vorgänger Erich Zoller machte, könne Federer «selbstverständlich mit einer Zusage rechnen».

Mit einem Faible für die Ostschweiz

Es scheint dem Tennis-Mastro in der Ostschweiz zu gefallen. Erst am Mittwoch war Federer mit seiner Frau und seinen Kindern im Alpstein unterwegs.

Entspannt ass er mit der Familie auf der Terrasse des Berggasthauses «Plattenbödeli» zu Mittag. Den Gästen, die ihn erkannten, stand er für Fotos zur Verfügung, und nahm sich Zeit, um kurz mit ihnen zu plaudern. Auch mit der Küchenmannschaft gab es ein Erinnerungsfoto. Erst als ihn seine Frau Mirka langsam zum Aufbruch ermahnte, zog Roger Federer weiter. «Für uns war es eine Riesenfreude, dass er hier war», sagt Roos.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.