Aufschub für Walenstadt, spezialisierte Pflege in Wattwil: So erklärt die St.Galler Regierung die angepasste Spitalbotschaft

Nachdem die St.Galler Regierung im Oktober 2019 die Spitalstrategie «4plus5» präsentiert hatte, schickte sie den Entwurf in die Vernehmlassung. Über 100 Adressaten haben sich in der Zwischenzeit zum Vorschlag geäussert, die Rückmeldungen wurden ausgewertet. Jetzt präsentiert die Regierung die finale Botschaft.

Luca Ghiselli
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Regierungspräsidentin Heidi Hanselmann sowie die Regierungsräte Benedikt Würth (links) und Marc Mächler über die finale Spitalbotschaft.

Regierungspräsidentin Heidi Hanselmann sowie die Regierungsräte Benedikt Würth (links) und Marc Mächler über die finale Spitalbotschaft.

Bild: Raphael Rohner

Das Wichtigste in Kürze:

  • Am 22. Oktober 2019 hat die St.Galler Regierung ihre Spitalstrategie präsentiert. Sie sieht unter dem Titel «4plus5» vor, das das stationäre Angebot an vier Mehrspartenspitälern (St.Gallen, Wil, Uznach, Grabs) zu konzentrieren.
  • Die übrigen 5 Standorte der St.Galler Spitalverbunde (Altstätten, Wattwil, Flawil, Rorschach und Walenstadt) sollen in regionale Gesundheits- und Notfallzentren umgewandelt werden.
  • Die Strategie «4plus5» wurde nach der Präsentation im Oktober 2019 in die Vernehmlassung geschickt. In Regionen, die mit «4plus5» mit einer Spital-Schliessung konfrontiert wären, wurde in der Folge Kritik an den Plänen der Regierung laut.
  • Über 100 Adressaten haben sich zu diesem Vorschlag geäussert. Die Regierung hat die Rückmeldungen inzwischen ausgewertet und die finale Botschaft formuliert. Diese stellt die Regierung nun an der Medienkonferenz vor.
  • Grundsätzlich hält die Regierung an «4plus5» fest. Anpassungen gibt es insbesondere in Walenstadt und Wattwil. Wie die Regierung in einem Communiqué mitteilt, soll die Politik erst 2024 über die Zukunft des Spitals Walenstadt entscheiden, weil dort verschiedene Abklärung in der interkantonalen Spitalplanung ausstehen. Die fünf Gesundheitsdirektoren von St.Gallen, beider Appenzell, Glarus und Graubünden haben just am Mittwoch eine dahingehende Absichtserklärung unterschrieben.
  • Das Spital Wattwil hingegen soll ergänzend zum Gesundheits- und Notfallzentrum (GNZ) zu einem Pflege-Kompetenzzentrum werden. Das Gebäude soll an die Solviva AG verkauft werden. Die Firma ist ein Schweizer Spezialpflegeanbieter. Insgesamt sollen für Hochdemente, Patienten mit einer psychiatrischen Grunderkrankung, Tetraplegiker und Patienten mit abgeschlossener Behandlung ohne Pflegeheim-Platz knapp 70 Betten zur Verfügung stehen.

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