Vier Wochen Halbklassenunterricht an der Volksschule, schriftliche Maturaprüfungen finden statt: So will die St.Galler Regierung den Bildungsbetrieb wieder hochfahren

Die St.Galler Regierung hält an der Durchführung der schriftlichen Maturaprüfungen trotz Kritik aus der Schülerschaft fest. An den Volksschulen erfolgt die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts in zwei Etappen.

Luca Ghiselli
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Bildungschef Stefan Kölliker und Alexander Kummer, Leiter Amt für Volksschulen, haben den Fahrplan zum Start des Bildungsbetriebs bekanntgegeben.

Bildungschef Stefan Kölliker und Alexander Kummer, Leiter Amt für Volksschulen, haben den Fahrplan zum Start des Bildungsbetriebs bekanntgegeben.

Bild: Ralph Ribi, 30. April 2020

«Die Maturanden werden uns einmal danken, dass sie die Maturaprüfung schreiben mussten.» Der St.Galler Bildungschef Stefan Kölliker hat an der Medienorientierung vom Donnerstag kein Blatt vor den Mund genommen. Die St.Galler Regierung hält an der Durchführung der schriftlichen Maturaprüfungen fest. «Wir haben keinerlei gesundheitliche Bedenken.» Man wolle mit der Durchführung verhindern, dass dieser Abschlussjahrgang in Zukunft damit leben müsse, die Matura geschenkt bekommen zu haben, führte der Bildungschef weiter aus. Einige Entlastungen wurden gleichwohl beschlossen. So zählt die Note der schriftlichen Prüfungen nur zu einem Drittel statt wie üblich zur Hälfte.

«Ausgangslage ist je nach Kanton sehr unterschiedlich»

Der Bundesrat ist am Mittwoch der Empfehlung der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) gefolgt und hat es den Kantonen überlassen, ob und in welcher Form sie die Maturitätsprüfungen durchführen wollen. Auf die Frage, ob sich die Kantone diesbezüglich untereinander ausgetauscht hätten, antwortete Stefan Kölliker: «Ja, und dabei haben wir festgestellt, dass die Ausgangslage je nach Kanton und Landesregion sehr unterschiedlich ist.»

Volksschule: Vier Wochen in Halbklassen und erst danach Normalbetrieb

Noch bevor die Maturandinnen und Maturanden im Juni ihre Prüfungen schreiben, beginnt am 11. Mai wieder der Präsenzunterricht an der St.Galler Volksschule. Die acht Wochen bis zu den Sommerferien werden in zwei Phasen gegliedert, wie Alexander Kummer, Leiter Amt für Volksschulen, ausführte. Die ersten vier Wochen wird in Halbklassen unterrichtet, erst danach wird auf Normalbetrieb umgestellt. «Damit wollen wir sicherstellen, dass die Schüler nach dem Fernunterricht wieder auf das gleiche Level kommen.» Eine Option sei beispielsweise, dass die Hälfte der Schülerinnen und Schüler vormittags den Präsenzunterricht besuche, die andere Hälfte nachmittags. 

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