Jede zweite Kontrolle betrifft ein Haustier

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Mit 232 Strafverfahren gegen Tierschutzverstösse im Jahr 2015 liegt St. Gallen hinter Zürich und Bern an der Spitze unter den Schweizer Kantonen. Auch bezüglich Bussen und Geldstrafen geht St. Gallen härter gegen die Täter vor als die meisten anderen Kantone. Die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) führt dies darauf zurück, dass in St. Gallen mit Jörg Gross ein Staatsanwalt für Tierdelikte für die Verfolgung von Tierschutzverstössen zuständig ist. Diese Spezialisierung und Kumulation von Fachwissen schlage sich auch auf die Qualität der Strafverfahren nieder, schreibt TIR in einer Studie. Das St. Galler Veterinäramt weist für das Jahr 2016 total 136 Anzeigen gegen Tierschutzverstösse bei Nutz- und Heimtieren aus. In acht Fällen wurde ein Tierhalteverbot ausgesprochen. Die Hälfte des Kontrollaufwandes gehe inzwischen aufs Konto der Heimtiere, erklärt Kantonstierarzt Albert Fritsche auf Anfrage. Weil es sich um einen privaten Bereich handle, sei der Vollzug schwieriger als in der Landwirtschaft. Bauernbetriebe müssen gemäss Tierschutzverordnung alle vier Jahre kontrolliert werden, mindestens zehn Prozent der Kontrollen müssen unangemeldet stattfinden. Auch sämtliche Kontrollen, die auf eine Anzeige zurückgehen, sind unangemeldet. Bei Verdacht auf Tierleid hat das Veterinäramt auch in privaten Wohnungen ein Zutrittsrecht. Die Kontrolleure müssen laut Fritsche immer wieder von der Polizei begleitet werden, da einzelne Tierhalter grossen Widerstand leisten. (jä)