Janssen-Impfstoff
Walk-in-Impfungen für mRNA-Skeptiker möglich: Ab kommender Woche wird der Impfstoff von Johnson & Johnson in der Ostschweiz verimpft

Der Bund hat 150'000 Impfdosen des Vektor-Impfstoffs Janssen gekauft. Schon bald wird der Janssen-Impfstoff auch in der Ostschweiz verimpft. Für mRNA-Skeptiker soll es in den Kantonen auch vereinzelt Walk-in-Tage geben.

Alain Rutishauser 1 Kommentar
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Ab kommender Woche wird in der Ostschweiz erstmals der neue Covid-19-Impfstoff Janssen verimpft.

Ab kommender Woche wird in der Ostschweiz erstmals der neue Covid-19-Impfstoff Janssen verimpft.

Bild: Ralph Ribi

Bisher war mRNA in aller Munde, nun kommt die Vektorimpfung. Der Bund hat kürzlich bekanntgegeben, dass er sich 150'000 Impfdosen des neuen Covid-19-Impfstoffs Janssen des Gesundheitskonzerns Johnson & Johnson gesichert hat.

Einzelne Walk-in-Tage für mRNA-Skeptiker in St.Gallen

Anfang nächster Woche werden die Janssen-Impfdosen von der Armeeapotheke an die Kantone ausgeliefert und können bald an die Ostschweizer Bevölkerung verimpft werden. Janssen wird primär bei denjenigen zum Einsatz kommen, für die aus gesundheitlichen Gründen ein mRNA-Impfstoff nicht in Frage kommt. Speziell auch: Dies ist der erste Covid-19-Impfstoff, bei dem nur eine Impfdosis benötigt wird. Das Impfzertifikat wird grundsätzlich drei Wochen nach der Impfung mit Johnson & Johnson gültig.

Der Kanton St.Gallen teilt auf Anfrage mit, dass er rund 9000 Dosen erhalten werde. Der Impfstoff sei nebst medizinischer Gründe auch für Personen gedacht, bei denen eine Zweitimpfung aus organisatorischen Gründen schwieriger sei, weil sie oft ihren Standort wechselten beispielsweise Asylsuchende oder Obdachlose. «Für Personen, die keine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff wollen, sind in den Impfzentren einzelne Walk-in-Tage mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson vorgesehen», sagt das Gesundheitsdepartement des Kantons St.Gallen auf Anfrage. Die Details, ab wann der Impfstoff in St.Gallen verimpft wird, würden zurzeit ausgearbeitet.

Janssen-Impfstoff weniger wirksam als mRNA-Impfstoffe

Appenzell Ausserrhoden wird voraussichtlich 1000 Janssen-Impfdosen erhalten. «Die ersten Impfungen mit dem Covid-19-Impfstoff Janssen werden am Freitag, 8. Oktober, und Samstag, 16. Oktober, in den zwei kantonalen Impfzentren in Herisau und Heiden durchgeführt», schreibt die Kantonskanzlei Appenzell Ausserrhoden in ihrer Mitteilung. Interessierten werde empfohlen, sich im Voraus bei der Ausserrhoder Impfhotline (071-353-67-97) anzumelden.

An beiden Terminen seien ausserdem Walk-in-Impfungen möglich, ohne reservierte Termine sei allerdings mit Wartezeiten zu rechnen. «Im Vergleich zu mRNA-Impfstoffen fällt der Schutz jedoch weniger hoch aus», schreibt das Gesundheitsdepartement in ihrer Mitteilung. Die Covid-19-Impfstrategie in der Schweiz basiere daher primär auf den mRNA-Impfstoffen.

Das Gesundheitsdepartement des Kantons Appenzell Innerrhoden gab am Freitag per Mitteilung bekannt, dass sich die Bevölkerung ab sofort für einen Impftermin am kantonalen Gesundheitszentrum anmelden könne. Auch in Appenzell Innerrhoden sei Janssen primär für Personen gedacht, die sich aus medizinischen Gründen nicht mit einem mRNA-Impfstoff impfen lassen können, in zweiter Linie für Personen, die mRNA-Impfstoffe ablehnen würden.

Der Kanton Thurgau wollte sich am Freitag auf Anfrage noch nicht zu dem Janssen-Impfstoff äussern.

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Martin Weber

Und keinem Menschen wird offen gesagt, dass ein Vektorimpfstoff mit einem abgetöteten Adenovirus zur Zelle gebracht wird und dort in mRNA umgewandelt wird und genau gleich in der Zelle das Spike-Protein produziert wird.  Einziger Unterschied ist das Transportmittel zur Zelle.  Beim mRNA Impfstoff wird diese  direkt mit einer Fettummantelung zur Zelle geschickt.

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