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Ein Mann muss es sein

Die SVP hat das Sesselrücken aufgegleist: Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird im kommenden Herbst Jakob Stark Ständerat Roland Eberle beerben. Wer aber folgt auf Stark in der Kantonsregierung?
Christian Kamm
Das Thurgauer Regierungsgebäude in Frauenfeld. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Das Thurgauer Regierungsgebäude in Frauenfeld. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Die SVP wird sich hüten, öffentlich darüber zu reden. Denn es gilt als politisch nicht opportun, das Fell zu verteilen, bevor der Bär tatsächlich erlegt ist. Will in diesem Fall heissen: bevor Jakob Stark als Ständerat tatsächlich gewählt ist. Hinter den Kulissen muss sich die Partei aber sehr wohl Gedanken machen, wer Stark in der Regierung ersetzen soll. Gewählt wird zusammen mit dem Grossen Rat am Super-Wahlsonntag vom 15. März 2020.

Wer also kommt in Frage? Und wer hat sich in Stellung gebracht? Bereits steht fest: Es wird ein Mann sein. Ausser die SVP will die Männerquote im Regierungsrat weiter senken. Heute sind es noch deren zwei von fünf, dann wäre es nur noch ein Mann. Das wird nicht passieren.

Pascal Schmid: Blitzstart hingelegt

Pascal Schmid (Bild: Reto Martin)

Pascal Schmid (Bild: Reto Martin)

Zuoberst auf unserer imaginären Liste der SVP-Exekutivanwärter befindet sich der Weinfelder Gerichtspräsident Pascal Schmid. Das mag deshalb überraschen, weil der 43-Jährige erst seit 2016 im Kantonsparlament politisiert. Doch der gewiefte Debattierer und Jurist hat einen Start hingelegt, wie man ihn im Grossen Rat selten erlebt. Sein politisches Gesellenstück hat er ebenfalls schon geschafft: Praktisch im Alleingang gelang es Schmid, die Sprachbarriere im Einbürgerungsgesetz anzuheben. Umgänglich im Ton, bewirtschaftet er klassische SVP-Themen mit deutlichem Rechtsdrall: Ausländer, Kriminalität, Sicherheit. Und man spürt auf Schritt und Tritt, zuletzt auch mit seiner Nationalratskandidatur, dass da jemand nach höchsten politischen Weihen strebt.

Andreas Wirth: Moderat und differenziert

Andreas Wirth (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Andreas Wirth (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Vieles passt auch beim Frauenfelder Kantonsrat und Schulpräsidenten Andreas Wirth zusammen. Den Bildungsexperten und Finanzpolitiker kann man sich mit seinem moderaten und differenzierten Auftreten zusammen mit dem intakten Machtinstinkt gut in einer kantonalen Exekutive vorstellen. Auch das Alter stimmt (Jahrgang 1963). Wirths Pferdefuss: Er hat 2015 krachend die Frauenfelder Stadtpräsidentenwahl verloren. Ob er sich schon vollständig davon erholt und wieder Lust auf einen Wahlkampf hat?

Urs Schrepfer: Mit kühlem Kopf

Urs Schrepfer (Bild: Reto Martin)

Urs Schrepfer (Bild: Reto Martin)

Mit dem 48-jährigen Schulleiter Urs Schrepfer aus Busswil hätte die SVP noch einen weiteren Bildungspolitiker mit Regierungspotenzial im Köcher. Wie für Schmid und Wirth gilt auch für Schrepfer: Smart, ein guter Redner, klare SVP-Positionen, verbindlich im Auftreten und angenehm im Ton. Zudem hat Schrepfer als Kommissionspräsident beim hoch emotionalen Thema Frühfranzösisch bewiesen, dass er umsichtig und mit kühlem Kopf agiert. Eigenschaften, die auch ein Regierungsrat gut gebrauchen kann.

Die jungen Wilden

Mit Pascal Schmid würde erstmals ein Vertreter der jüngeren Riege von Thurgauer SVP-Politikern an die Regierungstür klopfen. Zur gleichen, rhetorisch beschlagenen Generation zählen die Kantonsräte Urs Martin und Hermann Lei. Anwalt Lei hat sichtbar kein Interesse an einem Exekutivamt und pflegt einen demonstrativ polarisierenden Stil. So wird man im Thurgau kaum Regierungsrat. Lobbyist Martin hingegen agiert geschmeidiger und enorm umtriebig. Würde er an Kompromissbereitschaft zulegen, könnte sein Weg durchaus einmal in ein Regierungszimmer führen – immer vorausgesetzt, dass er das überhaupt will.

Darüber hinaus verfügt die SVP Thurgau über Politiker mit Regierungsformat, bei denen das Package als Ganzes aber nicht (mehr) stimmt. Stephan Tobler, der Fraktionspräsident, gehört beispielsweise dazu. Beim Egnacher Gemeindepräsidenten ist das Alter das Problem (Jahrgang 1956). Gleiches gilt für Kurt Baumann (1958), der als Präsident des Gemeindeverbandes an einer Schlüsselstelle des politischen Thurgaus sitzt.

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