Jährlich rund 3,5 Millionen Tonnen Abfälle im Kanton St.Gallen: Regierung erlässt kantonale Abfallplanung 2020

Mit der Abfallplanung 2020 bis 2025 will der Kanton St.Gallen die Ressourcen schonen und Stoffkreisläufe schliessen. Die Schwerpunkte liegen auf dem Recycling von mineralischen Baustoffen, der Entsorgung von Siedlungsabfall und bei den Kehrichtverbrennungsanlagen.

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Im Kanton St.Gallen fallen jedes Jahr rund 3,5 Millionen Tonnen Abfälle an.

Im Kanton St.Gallen fallen jedes Jahr rund 3,5 Millionen Tonnen Abfälle an.

Symbolbild: Georgios Kefalas / KEYSTONE (Basel, 30. August 2019)

(red.) Der Bund verpflichtet die Kantone, eine Abfallplanung zu erstellen. Das Ergebnis wird im Bericht «Abfallplanung 2020 – Abfall- und Rohstoffwirtschaft im Kanton St.Gallen» veröffentlicht. Laut einer Medienmitteilung der St.Galler Staatskanzlei, hat die Regierung die Abfallplanung 2020 nun beschlossen. Sie enthält 28 Massnahmen in den Bereichen Siedlungsabfall, Bauabfall, Kehrichtverbrennungsanlagen, Klärschlammverwertung sowie Industrie und Gewerbe.

Bauabfälle besser recyceln

Gemäss dem Communiqué fallen im Kanton St.Gallen jedes Jahr rund 3,5 Millionen Tonnen Abfälle an. Bauabfälle bei Neu- oder Umbauten machen über 80 Prozent und damit den grössten Teil der Abfallmenge aus. Diese mineralischen Bauabfälle können als Recyclingbaustoffe wieder in den Stoffkreislauf zurückgeführt und beispielsweise anstelle von neuem Kies verwendet werden. Als bedeutender Bauherr will der Kanton eine Vorbildfunktion einnehmen. Für seine Bauten sollen vermehrt aufbereitete, qualitativ hochwertige Recyclingbaustoffe verwendet und somit wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden.

Gleich lange Spiesse für Entsorger

Siedlungsabfälle unterstehen dem staatlichen Entsorgungsmonopol. Mit den Sack- und Grundgebühren, die jeder Bürger und jede Bürgerin zahlt, dürfen nur die Dienstleistungen und Anlagen finanziert werden, die mit der Entsorgung von Siedlungsabfällen in Zusammenhang stehen. Private Entsorgungsunternehmen, die Siedlungsabfälle bewirtschaften möchten, benötigen von der Gemeinde eine Konzession. Damit wird sichergestellt, dass die gleichen Spielregeln gelten wie für staatliche Entsorger, heisst es in der Mitteilung.

Um die langfristige Planungs- und Entsorgungssicherheit für Siedlungs- und Gewerbeabfälle zu gewährleisten, erarbeitet der Kanton mit den drei st.gallischen Kehrichtverbrennungsanlagen eine Kapazitätsplanung. Des Weiteren soll Phosphor bei Medienmitteilung Abfallplanung 2020 2/2 der Verwertung des Klärschlamms zurückgewonnen werden. Dadurch kann ein wichtiger Düngerrohstoff produziert und dessen Import reduziert werden.

Abfallvermeidung geht alle etwas an

Die Schweiz und der Kanton St.Gallen verfügen über eine professionelle, funktionierende und eingespielte Abfall- und Ressourcenwirtschaft. Massnahmen aus der Abfallplanung können punktuell die Schliessung von Stoffkreisläufen fördern und vor allem bei der Verwertung von Abfällen eine Wirkung erzielen. Das oberste Ziel bleibt, Abfälle zu vermeiden. Hier liegt das grösste Potenzial beim Konsumverhalten jedes Einzelnen.