Jägerin der verlorenen Ski

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Wenn’s sein muss, würde sie die Polizei einschalten – oder eine Hellseherin, hat Liselotte Schlumpf diese Woche gesagt. Vielleicht könnten sie Licht in die Dunkelheit bringen, in der ­Bretter, Plakate und Pokale des Liechtensteiner Skimuseums verschwunden sind. 15000 Exponate, weg, seit einem Jahr. Liselotte Schlumpf aus Wattwil, Jahrgang 1959, will das nicht hinnehmen. Sie sucht. Mit Bekannten und Aufrufen. Auch wegen der persönlichen Leihgaben. Ihr Vater war ein Ski-Pionier aus dem ­Toggenburg, sie selbst von 1982 bis 1989 Physiotherapeutin des ­Ski-Frauenteams. «Eine schöne Zeit», sagt Schlumpf. «Aber sieben Jahre auf Achse.» Mit 30 sei es dann gut gewesen, sie wollte ankommen. In Wattwil, wo sie mit ihrem Mann und den zwei Katzen lebt, eine Gesundheitspraxis für Komplementärmedizin führt und sich einbringt: bei der IG Klanghaus, dem Verein Campus Wattwil, dem Skirennen NostalSki. Am Toggenburg mag sie das Ursprüngliche. «Hier darf ­jeder sein, wie er ist, auch eigensinnig.» Vom Vater hat sie neben dem Skifahren eine weitere Leidenschaft übernommen: das Schwingen. Statt Skifahrerinnen zu begleiten, behandelt Schlumpf seit fast 20 Jahren Schwinger wie Jörg Abderhalden oder Nöldi Forrer in Wattwil. Dort, wo mit viel Glück die verschollenen Ski eines Tages wieder sein könnten. (kbr)