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JÄGER: Ein Rückzieher auf der Ziellinie

Der ursprüngliche Kandidat zur Wahl als Präsident von Jagd Thurgau wirft im letzten Moment die Flinte ins Korn und tritt zurück. Damit verhindert er, dass ein persönlicher Streit öffentlich wird.

Jäger haben Feinde. Doch nicht immer sind es radikale Tierschützer, der Widersacher kann auch aus den eigenen Reihen kommen. Einen solchen Fall erlebte am Samstag die Generalversammlung von Jagd Thurgau. Zwei Jahre lang hatte der amtierende Präsident Bruno Ackermann, wie er in seinen Begrüssungsworten erklärte, Vorstandsmitglied und Jurist Robert Hess als seinen Nachfolger aufgebaut. Doch statt sich zum Präsidenten wählen zu lassen, machte der Kandidat einen Rückzieher und trat an der Versammlung aus dem Verbandsvorstand zurück. Er reagierte damit auf die Drohung eines Jägers, der mit Hess eine private Rechnung offen hat.

Verwirrte Gesichter unter den Teilnehmern

Präsident Ackermann, der sein Amt nach neun Jahren gerne in jüngere Hände übergeben hätte, bedauerte diesen Rückzug «kurz vor der Ziellinie». Hess entschied sich dafür, weil er nicht wollte, dass persönliche und private Streitereien an der Versammlung ausgetragen und somit öffentlich werden. Genau dies wurde ihm von einem Verbandsmitglied angedroht. Hess’ Rückzug sorgte für einige verwirrte Gesichter unter den Versammlungsteilnehmern. Dem Vernehmen nach dreht sich der Streit um eine offene Rechnung im Zusammenhang mit einem Auslandaufenthalt, die zu begleichen der drohende Jäger offenbar nicht bereit ist. Die Verbandsmitglieder wählten Vizepräsident Walter Schmid einstimmig zu ihrem neuen Präsidenten.

Regierungsrätin Cornelia Komposch überbrachte einen Gruss von der Regierung. Sie sprach den Fall Affeltrangen an, wo ein Jäger zwischen Weihnachten und Neujahr versehentlich vier Schafe erschossen und drei weitere so schwer verletzt hatte, dass sie notgeschlachtet werden mussten (Ausgabe vom 3. Januar): «Das muss Konsequenzen haben.» Die Jagdverwaltung prüfe einen Entzug des Jagdscheines, «aber nicht ohne dem Schützen das Recht auf Gehör zu geben». Der betroffene Jäger tue ihr leid, in Schutz nehmen wolle sie ihn aber nicht. Der frisch gewählte Präsident Schmid sagte später am Rande der Versammlung, der fehlbare Jäger werde vom Verband ausgeschlossen. Es seien fundamentale Regeln der Jagd verletzt worden. Ein Jäger müsse wissen, auf was er schiesst.

Silvan Meile

silvan.meile@thurgauerzeitung.ch

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