Italiener können Pässe wieder in St.Gallen verlängern

ST.GALLEN. Trotz Schliessung des Konsulats können in der Ostschweiz lebende Italiener ihre Pässe in Zukunft wieder in St. Gallen verlängern lassen. Ab Anfang Mai wird einmal in der Woche jeweils ein Beamter aus Zürich für konsularische Dienstleistungen anreisen.

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Am 29. Januar 2014 hatten sich Demonstranten in St.Gallen anlässlich der Schliessung des italienischen Konsulates versammelt. (Bild: Luca Linder)

Am 29. Januar 2014 hatten sich Demonstranten in St.Gallen anlässlich der Schliessung des italienischen Konsulates versammelt. (Bild: Luca Linder)

Von der Schliessung des Konsulats im Sommer 2014 waren rund 56'000 Italienerinnen und Italiener aus der Ostschweiz betroffen. Die Ankündigung, dass der italienische Staat das Konsulat in St.Gallen wie in mehreren Schweizer Städten aus Spargründen schliessen werde, hatte für Unmut und heftige Proteste in der Ostschweiz geführt. In St.Gallen demonstrierten mehrere hundert Personen gegen die Schliessungen ihres über hundertjährigen Konsulats.

Agentur bleibt das Ziel
Am 4. Mai wird der konsularische Schalter im Italienischen Kulturzentrums in St.Gallen erstmals geöffnet sein. Das sei ein Schritt in die richtige Richtung, sagte Rolando Ferrarese, Leiter des Italienischen Kulturzentrums in St.Gallen, am Donnerstag vor den Medien.

Ziel sei aber nach wie vor eine Agentur mit zwei bis drei Beamten, welche konsularische Dienstleistungen anbiete. Dazu gehört das Ausstellen von Pässen oder die Führung des Wahlregisters. Seit der Schliessung des Konsulats in St.Gallen mussten die in der Ostschweiz lebenden Italiener dafür nach Zürich fahren.
Einsparungen seien dadurch keine erzielt worden, sagte Sergio Giacinti, Präsident des St.Galler Komitees. Der neue Schalter in St.Gallen werde sicher genutzt. Es werde sich zeigen, ob ein Beamter den Andrang bewältigen könne, sagte Giacinti.

Rekurs hängig
Noch hängig ist ein Rekurs gegen die Schliessung des Konsulats. Der Rekurs sei vom italienischen Verwaltungsgericht in Rom angenommen worden, hiess es. In den letzten zehn Jahren verschwanden in der Schweiz 16 der einst 21 Konsulate. Derzeit gibt es in der Schweiz noch fünf italienische Konsulate: in Zürich, Bern, Genf, Basel und Lugano. In diesen Städten sowie in St.Gallen und Lausanne werden regionale Komitees gewählt.

In der Schweiz leben rund 300'000 Italienerinnen und Italiener sowie rund 100'000 Doppelbürger mit italienischem und Schweizer Pass. Seit einigen Jahr nimmt die Zahl der Einwanderer aus Italien in die Schweiz wieder zu. (SDA-ATS/md/gn)

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