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INTERNETKRIMINALITÄT: Die "digitale Polizei" soll Ende Jahr starten

Delikte würden heute oft über Skype-Anrufe und Whatsapp-Nachrichten geplant, sagt Stefan Kühne, Leiter der St.Galler Kriminalpolizei. Nun soll eine spezialisierte Einheit geschaffen werden, die sich mit solchen Verbrechen befasst.
Dinah Hauser
Die St.Galler "Cyber Unit" setzt sich mit den neuen kriminellen Handlungsformen des digitalen Zeitalters, der Cyberkriminalität, auseinander. (Bild: GAETAN BALLY (KEYSTONE))

Die St.Galler "Cyber Unit" setzt sich mit den neuen kriminellen Handlungsformen des digitalen Zeitalters, der Cyberkriminalität, auseinander. (Bild: GAETAN BALLY (KEYSTONE))

Die Komplexität der Verbrechen hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Nun soll eine spezialisierte Einheit geschaffen werden, die sich mit Verbrechen befasst, bei welchen digitale Medien verwendet wurden. Daher lancierten die Staatsanwaltschaft und die Kantonspolizei St.Gallen im vergangenen Sommer das gemeinsame Projekt zum Aufbau einer Cyber Unit. Diese Spezialeinheit soll sich mit den neuen kriminellen Handlungsformen des digitalen Zeitalters, der Cyberkriminalität, auseinandersetzen. Ziel ist es laut Stefan Kühne, Leiter der Kriminalpolizei, dass noch Ende dieses Jahres die spezialisierte Fachgruppe ihren Dienst aufnehmen kann. Dazu brauche es Personal mit Ermittlungserfahrung, Informatikkenntnissen und ausgeprägtem juristischen Wissen vor allem im internationalen Bereich.

«Es gibt heute kaum noch Verbrechen, welche nicht auf digitale Hilfsmittel zurückgreifen», sagt Kühne. Häufig würden Delikte beispielsweise über Skype-Anrufe und Whatsapp-Nachrichten geplant.

«Cyber Unit muss dringend geschaffen werden»

Gerade im digitalen Bereich falle ein hoher Bearbeitungs- beziehungsweise Auswertungsaufwand grosser Datenmengen an. Gleichzeitig steige die Anzahl der Delikte, bei denen Mittel der digitalen Medien verwendet würden, so Kühne. «Eine spezialisierte Fachgruppe, die sich der Bekämpfung der Cyberkriminalität widmet, existiert heute weder bei der Staatsanwaltschaft noch bei der Kantonspolizei St. Gallen und muss dringend geschaffen werden», sagt Kühne.

Bei der Cyberkriminalität würde zwischen zwei Bereichen unterschieden: Zum Einen seien dies jegliche Verbrechen, bei denen digitale Medien verwendet wurden. Der andere Bereich seien Delikte, welche hochspezialisiertes Fachwissen voraussetzten. So erschien im April 2017 beispielsweise ein Niederlassungsleiter eines KMU bei der Kantonspolizei und meldete eine «Cyberattacke» auf die Server seiner Firma. Die Täterschaft forderte für die Freischaltung der Server eine Zahlung in der Kryptowährung Bitcoin. Die Kantonspolizei St.Gallen und die Staatsanwaltschaft wollen diese Cyber Unit gemeinsam entwickeln. Dazu soll im November das Budget dem Kantonsparlament vorgelegt werden. Die Entwicklung einer Cyber Unit sei nur möglich, wenn die Politik diese Bestrebungen konsequent mit den nötigen finanziellen Mitteln unterstütze, sagt Kühne. Bereits in der Schwerpunktplanung der Regierung 2017–2027 wurde festgehalten, dass «die Regierung Voraussetzungen schafft, damit die Polizei und Strafverfolgungsbehörden den neuen kriminellen Handlungen des digitalen Zeitalters wirkungsvoll begegnen können».

Die Kernaufgabe der Cyber Unit soll darin bestehen, Täter im Internet auch über die Landesgrenzen hinaus aufzuspüren. Laut Kühne soll die Abteilung vorerst mit drei bis vier Personen besetzt werden. Diese müssten aus anderen Abteilungen rekrutiert werden. Daher sei es wichtig, dass die Politik diese Bestrebungen auch personell unterstütze. «Sonst wird man einmal bei Cyber Delikten nach der Polizei rufen – und es ist keine da.»

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