Integration mit Information

REBSTEIN. Die Fachstelle Integration will näher an die aus dem Ausland Zuziehenden ran. Ab nächster Woche finden in Altstätten, Oberriet, Heerbrugg und St. Margrethen monatlich freiwillige Sprechstunden statt und ab 2013 Begrüssungsgespräche.

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«Die neuen Angebote sind eine Investition in die Gesellschaft. Sie sollen dazu beitragen, dass Migranten möglichst ohne staatliche Hilfe hier leben können.» Von links: Hanspeter Wöhrle, Integrationsbeauftragter; Reto Friedauer, Integrationsdelegierter der Rheintaler Gemeindepräsidenten; Sajra Buzimkiz, Mitarbeiterin der neuen Infostelle; Ramona Giarraputo, Leiterin des kantonalen Kompetenzzentrums Integration. (Bild: Max Tinner)

«Die neuen Angebote sind eine Investition in die Gesellschaft. Sie sollen dazu beitragen, dass Migranten möglichst ohne staatliche Hilfe hier leben können.» Von links: Hanspeter Wöhrle, Integrationsbeauftragter; Reto Friedauer, Integrationsdelegierter der Rheintaler Gemeindepräsidenten; Sajra Buzimkiz, Mitarbeiterin der neuen Infostelle; Ramona Giarraputo, Leiterin des kantonalen Kompetenzzentrums Integration. (Bild: Max Tinner)

Wer in die Schweiz zuzieht, kommt in der Regel voller Erwartungen, Hoffnungen und Vorfreude hierher – und kennt sich erst einmal nicht aus. Deswegen bietet die Fachstelle Integration ihre Offene Sprechstunde an, wo einem zum Beispiel erklärt wird, welche Amtsstellen für welche Aufgaben zuständig sind und welche Beratungsstellen es bei Problemen gibt. Ein einziger zentraler Sprechstundenstandort für das ganze Rheintal zwischen Lienz und St. Margrethen hat sich allerdings nicht bewährt. «Am Anfang gab es zwar recht Zulauf, der ebbte aber bald ab», sagt Reto Friedauer, Gemeindepräsident von St. Margrethen und Integrationsdelegierter der Rheintaler Gemeindepräsidenten. Neu will man darum ab Oktober die Offene Sprechstunde dezentral, an vier Standorten, anbieten. So hofft man näher an die Migrantinnen und Migranten heranzukommen.

Für Alltagsfragen

Die Sprechstunde ersetzt keine der bestehenden Beratungsangebote, sondern ist mehr als Scharnier, als Triagestelle gedacht. Kurz zu beantwortende Auskünfte zu Alltagsfragen werden gleich gegeben, und bei Bedarf wird auch beim Übersetzen und Ausfüllen von Formularen geholfen. Bei komplizierteren Angelegenheiten, zum Beispiel wenn's ums Ausfüllen der Steuererklärung, um Schuldensanierungen oder spezifische Rechtsfragen geht, wird an die zuständigen Ämter und Beratungsstellen verwiesen.

Das unentgeltliche Angebot stehe grundsätzlich allen Einwohnern offen, betont Hanspeter Wöhrle, Integrationsbeauftragter und Leiter der Rheintaler Fachstelle Integration in Rebstein, hauptsächlich werde es aber von Migranten genutzt werden.

Begrüssung beim Zuzug

«Aus dem Ausland Zuziehende haben besondere Informationsbedürfnisse», sagt Ramona Giarraputo, Leiterin des Kompetenzzentrums Integration und Gleichstellung des Kantons St. Gallen. Nicht alle seien in der Lage, sich gleich die wichtigsten Informationen zu beschaffen. Darum plant der Kanton, künftig Zuzüger aus dem Ausland bei einem Begrüssungsgespräch über hiesige Gepflogenheiten, Rechte und Pflichten aufzuklären. Dabei wird ihnen auch erklärt, auf welche Beratungsangebote sie zurückgreifen können, zum Beispiel Mütter- und Väterberatung. Auch auf Sprachkurse und die Einrichtung der Bildungsgutscheine der Rheintaler Gemeinden werden sie aufmerksam gemacht. «Wir möchten, dass die Leute möglichst schnell wissen, was von ihnen erwartet wird, dass sie aber auch sehen, dass sie dabei unterstützt werden», sagt Ramona Giarraputo.

Für Büezer wie für Manager

Zuzüger werden bei der Anmeldung auf dem Einwohneramt einem Mitarbeitenden der Fachstelle Integration zugewiesen. Das Angebot zu nutzen oder nicht, steht den Zuzügern frei. Die Gespräche werden in Serbokroatisch, Albanisch, Spanisch, Portugiesisch, Polnisch und Slowakisch angeboten. Aber auch in Deutsch: Zurzeit wandern nämlich hauptsächlich Deutsche und Österreicher zu. Selbstredend richtet sich das Angebot sowohl an den einfachen Büezer als auch an den Manager. Parallel werden die Begrüssungsgespräche auch in der Region Wil eingeführt. Bewähren sie sich, sollen sie ab 2014 im ganzen Kanton angeboten werden.