Innerrhoder zahlen prompt

Im Kanton Appenzell Innerrhoden lebt man nicht gerne auf Kredit. Dies zeigt eine nationale Studie über die Schuldnerquote. Die anderen drei Ostschweizer Kantone liegen im Mittelfeld.

Marion Loher
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In der Stadt werden die Rechnungen gemäss Studie weniger zuverlässig bezahlt als auf dem Land. (Archivbild: Susann Basler)

In der Stadt werden die Rechnungen gemäss Studie weniger zuverlässig bezahlt als auf dem Land. (Archivbild: Susann Basler)

Täglich landen Tausende von Rechnungen in den Briefkästen oder den elektronischen Postfächern der Schweizerinnen und Schweizer. Die Zahlungsmoral allerdings ist nicht bei allen dieselbe. Eine Untersuchung der Zürcher Wirtschaftsauskunftei Crif zeigt grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Kantonen. Die schlechtesten Zahler wohnen in Neuenburg und Genf. Hier liegt die Schuldnerquote bei 9 Prozent. In Appenzell Innerrhoden hingegen beträgt sie 1,2 Prozent. Die Innerrhoder haben demnach die höchste Zahlungsmoral. Der nationale Durchschnitt liegt bei 5,5 Prozent.

Daten von 500 Unternehmen

Die Schuldnerquote in der Schweiz wurde von der Crif zum ersten Mal berechnet. Wie deren Mediensprecherin Heidi Hug sagt, fand die Datenerhebung Ende Februar und Anfang März dieses Jahres statt. Untersucht wurden die einzelnen Kantone und die grössten Schweizer Städte. Für die Studie berücksichtigte das Unternehmen, das unter anderem mit zahlreichen Inkassobüros zusammenarbeitet, sämtliche Privatpersonen, die über Betreibungen ab Fortsetzungsbegehren, Konkurse und Verlustscheine verfügen. Die Informationen über die Schuldner stammen von 500 Firmen aus der ganzen Schweiz.

Fast immer pünktlich

Zu den zuverlässigeren Rechnungszahlern gehören auch die Bewohnerinnen und Bewohner der anderen Ostschweizer Kantone. Die Schuldnerquote liegt in allen drei Kantonen unter dem schweizweiten Durchschnitt: Im Kanton Appenzell Ausserrhoden beträgt sie 4 Prozent der Gesamtbevölkerung, im Thurgau 4,7 Prozent und in St. Gallen 4,8 Prozent.

Städte mit hohen Quoten

Von den 18 untersuchten Städten liegen 11 über dem landesweiten Mittelmass von 5,5 Prozent. Dazu gehört auch die Stadt St. Gallen, die als einzige Ostschweizer Stadt mit in die Studie aufgenommen wurde. Das Ergebnis ist durchzogen: 6,8 Prozent der Stadtsanktgaller sind im Zahlungsrückstand.

Am schlechtesten schneidet La Chaux-de-Fonds mit einer Quote von 11,6 Prozent ab, dicht gefolgt von Biel (10,3 Prozent) und Neuenburg (10 Prozent). In der Deutschschweiz belegt die Stadt Basel den Spitzenplatz der tiefsten Zahlungsmoral (7,6 Prozent). Zürich, die grösste Schweizer Stadt, liegt mit einer Schuldnerquote von 5,3 Prozent unter dem schweizweiten Durchschnitt. Mehr oder weniger pünktlich werden die Rechnungen in Uster bezahlt. Die Stadt im Zürcher Oberland weist mit 3,5 Prozent die beste Quote aller Städte auf. Gemäss Studie ist in den Städten generell eine höhere Quote an Schuldnern zu beobachten als in den ländlichen Gebieten.

Jährliche Untersuchung

Wie Crif-Mediensprecherin Hug sagt, möchte das Unternehmen die Untersuchung künftig jedes Jahr durchführen. Ziel ist es, ein deutlicheres Bild der Verschuldungssituation in der Schweiz zu erhalten.

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