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Interview

Noch eine Absage bei der CVP: Der Innerrhoder Landammann Daniel Fässler will nicht Bundesrat werden

Daniel Fässler verzichtet auf eine Kandidatur für die Nachfolge von Bundesrätin Doris Leuthard – aus persönlichen Gründen: «Ich möchte nicht zu viel Lebensqualität verlieren», sagt der Innerrhoder Landammann und CVP-Nationalrat im Interview.
Adrian Vögele
Daniel Fässler am Rednerpult im Nationalrat. (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)

Daniel Fässler am Rednerpult im Nationalrat. (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)

Daniel Fässler, Sie kandidieren nicht für den Bundesrat. Warum?

Mein Entscheid ist ein sehr persönlicher. Das Herz hat gewissermassen die Oberhand gewonnen: Ich möchte nicht zu viel Lebensqualität verlieren. Mein jetziges Doppelmandat als Innerrhoder Landammann und Nationalrat ist bereits sehr zeitintensiv. Als Bundesrat wäre ich noch stärker engagiert und vor allem noch mehr exponiert.

Als Exekutivpolitiker und Nationalrat hätten Sie eigentlich gute Voraussetzungen für den Bundesrat. Waren die Signale aus Bern zu wenig ermutigend?

Nein, es war ein rein privater Entscheid. Wenn man ein solches Amt anstrebt, muss man selber davon überzeugt sein, dass man dieses Amt will und darf nicht darauf hören, was andere Parlamentarierinnen und Parlamentarier sagen. Aber selbstverständlich habe ich unterstützende Anrufe und Nachrichten erhalten.

Wie lange haben Sie über eine Kandidatur nachgedacht?

Schon als Doris Leuthard im vergangenen Jahr bekanntgab, dies sei ihre letzte Legislatur, habe ich mir überlegt, wie ich mich verhalten würde, falls sich die Frage einer Kandidatur stellt. Ich kam damals zum Schluss, dass ich kein Bundesratsamt anstreben möchte. Als nun Doris Leuthard definitiv ihren Rücktritt ankündigte, wollte ich aber nochmals über die Bücher. Meine Familie liess mir freie Hand und meinte, falls ich Freude am Amt hätte, solle ich das machen. Aber das Leben hat auch noch anderes parat.

Nebst der Politik haben Sie eine Reihe von weiteren Mandaten, zum Beispiel in der Immobilienbranche. Hat das Ihre Entscheidung beeinflusst? Würde es Ihnen schwerfallen, diese Aufgaben abzugeben?

Nein, überhaupt nicht. Wenn ich kandidiert hätte, hätte ich selbstverständlich sehr gern alle anderen Mandate aufgegeben – auch wenn ich diese mit Freude ausübe.

Die Kandidatur von Karin Keller-Sutter hat in Ihren Erwägungen keine Rolle gespielt?

Absolut keine. Wenn ich persönlich überzeugt gewesen wäre, Bundesrat werden zu wollen, hätte ich mich dieser Wahl gestellt. Es wäre Sache des Parlaments gewesen, zu entscheiden, ob es aus regionalpolitischen Gründen keinen Bundesrat Fässler gegeben hätte. Ich habe nicht darauf gewartet, bis Karin Keller-Sutter oder Benedikt Würth mitteilen, ob sie antreten oder nicht. Ich denke auch, dass das Bundesparlament nicht derart regionalpolitisch denkt und taktiert, wie man dies von aussen vielleicht wahrnimmt. Sonst wäre wahrscheinlich auch Guy Parmelin nicht Bundesrat geworden. Denn damals hätte es nicht unbedingt nochmals einen Romand gebraucht, um die Landesregierung regional ausgewogen erscheinen zu lassen.

Aber bei der CVP-Vakanz zeichnet sich dennoch ab, dass eine Person von ausserhalb der Ostschweiz zum Zug kommt.

Das ist so. Ich persönlich bedaure besonders die Absage von Stefan Engler – er wäre ein aussichtsreicher Kandidat gewesen. Und nachdem auch Martin Candinas, Brigitte Häberli, Benedikt Würth und ich nein gesagt haben, ist das Feld möglicher CVP-Kandidaten in der Ostschweiz wohl erschöpft.

Apropos Regionalpolitik: Kann eine Bundesrätin oder ein Bundesrat aus Ihrer Sicht überhaupt direkt etwas für die Heimatregion bewirken, oder geht es hier eher um Symbolik?

Die Herkunft von Personen ist nicht zu unterschätzen. Das gilt nicht nur für Bundesräte, sondern mindestens so stark auch für Chefbeamte in der Bundesverwaltung. Es gibt schon Entscheide, die eine regionalpolitische Prägung haben, etwa bei Infrastrukturprojekten. Darum ist es wichtig, dass nicht nur Leute im Bundesrat sitzen oder für diesen kandidieren, deren Heimatregion eine Stunde oder anderthalb von Bern entfernt ist. Es braucht auch Vertreter der weiter entfernten Regionen. Und: Auch die periphere, ländliche Schweiz hat eine Vertretung im Bundesrat verdient.

Dann hoffen Sie, dass Karin Keller-Sutter die Wahl gewinnt?

Ich hoffe es für die Ostschweiz. Aber ich kann mir fast nicht vorstellen, dass es nicht gelingt.

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